Bettnässen

Bettnässen ist die Folge des unkontrollierten Harnabgangs im Schlaf.

Dieses Phänomen ist beim Kleinkind  normal weil in diesem Entwicklungsstadium das Nervensystem noch nicht ausreichend differenziert ist um die Funktion des willentlich kontrollierten Harnabgangs zu leisten.

Das kleine Kind kann nämlich den Zustand der Füllung der Harnblase noch nicht ausreichend spüren, um bei gefüllter Harnblase angemessen zu registrieren und zu erkennen bzw. zu erwachen und infolge auf den Topf oder zur Toilette zu gehen.

Falls dieses Phänomen bzw. Symptom über das 5 Lebensjahr hinaus fortbesteht handelt es sich um eine Funktionsstörung, die man beim Kind auch als partielle Reifungsstörung bezeichnen kann, die das Bettnässen zur Folge hat.

Weil das Bettnässen bevorzugt im Nachtschlaf auftritt wird diese gesundheitliche Störung in der Kinderheilkunde auch als Enuresis nocturna bezeichnet.

Im Rahmen der normalen kindlichen Entwicklung „wächst“ sich diese Störung aus und erlangt das Kind die normale Kontrolle über den Harnabgang und sistiert damit die Inkontinenz.

In einzelnen Fällen ist die Reifung des Nervensystems in dieser Hinsicht jedoch verzögert und erlangt das Kind erst später in manchen Fällen erst im Jugendalter das Vermögen. zur  Kontrolle der Blasenentleerung.

Man kann daher in Hinblick auf die Ursache der Enurersis nocturna sagen, dass beim Säugling dies praktisch eine natürliche Funktionsstörung ist, die in diesem Alter alle Kinder betrifft. weil die biologische Entwicklung des Nervensystems noch nicht soweit gediehen ist. Ab dem Kleinkindesalter spätestens ab dem 5. Lebensjahr kann man jedoch sagen dass die Ursache des Bettnässens eine komplexe Ursache ist. Es ist dies eine komplexe Ursache, weil hier mit hoher Wahrscheinlichkeit im konkreten Fall mehrer Faktoren in ihrer Gesamtheit die Funktionsstörung bewirken. Je nach Fall und Sachverhalt werden hier weiterhin biologische Faktoren, dann auch psychische Faktoren und sonstige Faktoren eine Rolle spielen.

Man kann sich nämlich vorstellen, dass die Neuroplastizität in gewissen Bereichen des Nervensystems und damit die neuronale Funktion infolge von gewissen Faktoren auch zu dieser Zeit noch wesentlich beeinträchtigt ist, sodass im Ergebnis noch eine Entwicklungsverzögerung bestimmend ist bzw. die persistierende Enuresis nocturna dadurch zu erklären ist. Aus diesem Grund kann man das bis ins Jugendalter perstizierende klinische Erscheinungsbild durch diese Theorie als Folge einer neuronalen Funktionsstörung verstehen und erklären.

Es ist also wahrscheinlich so, dass mehrer Faktoren (psychische Faktoren, biologische Faktoren – Weiteres dazu in diesem Artikel im Internet) durch ihr Zusammenwirken hier im konkreten Fall diese komplexe Ursache bilden, die den Symptomenkomplex des nächtlichen Bettnässens bewirkt.

Daher kann man sagen, dass hier wahrscheinlich biologische Gegebenheiten (Anlage, Genetik, Biologie) und die psychischen Faktoren (Belastungen der Psyche des Kindes im Sinne einer psychischen Störung) und sonstige Faktoren die retardierte Entwicklung bewirken – und man erkennt damit wie im Hinblick auf die Prognose eine dem Individuum gemäße Vorgehensweise angezeigt ist und vor allem auch der Faktor Zeit und damit die Geduld bzw. der Langmut (der Eltern) wichtig ist – insofern es hier letztlich durch die Reifung des zentralen Nervensystems mit hoher Wahrscheinlichkeit früher oder später zur normalen Harnkontrolle kommt hingegen zuvor die therapeutische Anstrengung vergeblich sein wird. Mit anderen Worten: Man kann das Sistieren der Funktionsstörung der Harnkontrolle nicht durch irgendwelche Maßnahmen erzwingen.

Neben dieser im Kindesalter bis ins Jugendalter auftretenden Störung der Harnkontrolle kennt man die im Erwachsenenalter auftretende Harninkontinenz.

Diese Form von Harninkontinenz hat eine ganz andere Ursache, insofern hier organische Schädigungen insbesondere hirnorganische Abbauvorgänge im Nervensystem (Degeneration im zentralen Nervensystem), insbesondere im Gehirn etwa im Rahmen einer Multi-Infarkt-Demenz (Vaskuläre Demenz) oder im im Rahmen einer Alzheimerdemenz (Alzheimerkrankheit) oder im Rahmen einer sonstigen Demenz die Funktionsstörung der willentlich kontrollierten Entleerung der Harnblase bewirken. Auch sonstige körperliche Ursachen (hirnlokale Schädigungen durch Entzündungen (Multiple Sklerose) sind in der Diagnostik der Harninkontinenz auszuschließen (zerebrale Krampfanfälle respektive Epilepsie und allfällige andere neurologische Störungen, Diabetes mellitus und andere).

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(letzte Änderung am 24.12.2019, abgelegt unter: Definition, Diagnostik, Funktionsstörung, Medizin, Neurologie, Psychiatrie)

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