Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit ist die konzentrierte Bewusstheit.

Dabei kann die Aufmerksamkeit auf etwas gerichtet sein oder sie besteht ohne dass sie auf ein Zentrum gerichtet ist.

Es entsteht die Aufmerksamkeit also infolge des mehr oder weniger klaren Bewusstseins und infolge der mehr oder weniger ausgerichteten Konzentration.

Demgemäß kann man auch sagen, dass die Aufmerksamkeit infolge der Konzentration bei mehr oder weniger fokusiertem Bewusstseins entsteht.

Die Aufmerksamkeit ist psychologisch betrachtet ein psychisches Phänomen.

Die psychische Funktion der Aufmerksamkeit kann also von der Psyche geleistet werden.

Biologisch betrachtet ist die Aufmerksamkeit ein Phänomen das infolge der neuronalen Funktion des Nervensystems entsteht. Es entsteht das psychische Phänomen der Aufmerksamkeit nämlich infolge des biologischen Vorgangs im Nervensystem, insbesondere infolge der Funktion des Gehirns im Verbund mit anderen Teilen des zentralen Nervensystem und teils auch im Verbund mit den Sinnesorganen. Die Aufmerksamkeit entsteht also wenn das Bewusstsein auf einen gewissen Fokus hingelenkt wird und dadurch gewisse Sinneszellen und Neurone (Nervenzellen) aktiv werden.

Es ist die Aufmerksamkeit also die konzentrierte Bewusstheit, die aufmerksam auf etwas hin gerichtet wird.

Man kann daher bei der Aufmerksamkeit von einer Zentrierung des Bewusstseins sprechen, falls sich die Aufmerksamkeit einem Erkenntnisobjekt zuwendet.

Dabei kann sich die Aufmerksamkeit diesem Erkenntnisobjekt spontan oder durch den Willen intendiert zuwenden.

Ansonsten kann man die ungerichtete Aufmerksamkeit als Wachheit bezeichnen.

Unter Umständen spricht man von der Achtsamkeit als einer besonderen Form der Aufmerksamkeit, wobei dieser Begriff im Zusammenhang mit dem Yoga und in der Meditation verwendet wird.

Im Zustand er Aufmerksamkeit besteht das mehr oder weniger volle Bewusstsein, was bei eingeschränktem Wachbewusstsein und bei einer krankheitsbedingten Bewusstseinstrübung oder bei einer krankheitwertigen Bewusstseinsstörungetwa im Fall einer psychischen Störung oder bei manch einer sonstigen gesundheitlichen Störung (Krankheit) nicht der Fall ist.

In der Psychologie ist man vor allem mit dem normalen psychischen Phänomenen Aufmerksamkeit befasst. In der Psychiatrie hingegen ist man vorwiegend mit den pathologischen Störungen der Aufmerksamkeit befasst, wie sie als Folge einer psychischen Störung auftreten können. Und man ist in der Neurologie ebenfalls mit Störungen der Aufmerksamkeit befasst, wie sie als Folge einer neurologischen Störung (Beispiel: Neglect) vorkommen können.

In der Forensik und hier insbesondere in der Forensischen Psychiatrie ist man gelegentlich als Sachverständiger mit Fragen zur Aufmerksamkeit und der gestörten Aufmerksamkeit befasst und muss der Sachverhalt in einem psychiatrischen Gutachten beurteilt werden.

.

(letzte Änderung 07.05.2017, abgelegt unter: Bewusstheit, Bewusstsein, Definition, denken, Erkennen, Erkenntnis, Erleben, Forensik, Forensische Psychiatrie, Funktion, Funktionsstörung, Gutachten, Heilkunde, Medizin, Nervensystem, Neurologie, Objekt, Rechtsprechung, psychologischer Begriff)

.

………………………………………

weiter zum Beitrag: Achtsamkeit

………………………………………….

weiter zum Beitrag: Bewusstsein

………………………………………………

weiter zum blog: Bewusstsein

…………………………………………..

weiter zum blog: Schlaf

……………………………………………

Antiloop GmbH / bechtold.at.