Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

psychisches Symptom

Ein psychisches Symptom ist ein Symptom das die Psyche betrifft.

Man kann auch sagen: ein psychisches Symptom ist ein Erlebnisinhalt in Bezug auf die Psyche der Person, der mehr oder weniger bewusst erlebt wird.

Dabei unterscheidet man ein psychisches Symptom von einem psychischen Phänomen.

In vielen Fällen wird ein psychisches Symptom ein typisches Merkmal einer psychischen Störung sein, und es ist in diesem Fall das psychische Symptom ein psychopathologisches Phänomen.

Demgemäß ist in der psychiatrischen Diagnostik ein psychisches Symptom ein Kriterium einer psychiatrischen Diagnose.

Man kann auch sagen: ein psychisches Symptom ist ein Merkmal eines psychischen Symptomenkomplexes und deswegen ein Kriterium der psychiatrischen Diagnose.

Das psychische Symptom ist also ein subjektiv  erlebtes psychisches Phänomen – und im Rahmen der Diagnostik in der Psychiatrie – ein Merkmal das die psychische Störung charakterisiert.

Man kann auch sagen: ein psychisches Symptom ist ein subjektiv wahrgenommener Erlebnisinhalt – und es kann dies ein wahrgenommenes Zeichen einer gesundheitlichen Störung der Psyche sein. Daher kann dieses Kriterium der psychischen Störung nicht äußerlich, etwa vom Arzt festgestellt werden, wie manch ein körperliches Phänomen, sondern man hat als außenstehende Person etwa als Psychiater davon nur Kenntnis, falls die Person über diesen Erlebnisinhalt also über das psychische Symptom berichtet.

Symptom: griechisch σύμπτωμα symptoma „Zufall, Begebenheit, Begleiterscheinung“ von syn „zusammen“, pípto „fallen“, dazu das Substantiv ptoma „Fall“, vgl. mit dem Wiki Beitrag)

Nervosität, innere Unruhe, Unsicherheit, Ängstlichkeit, bzw. Angst, Heiterkeit, Halluzinationen sind Beispiele für psychische Symptome – fallweise kann man beim Erleben von psychischen Symptomen auch äußerlich sichtbare Phänomene bis zu einem gewissen Grad, bei der Person, die ein solches Symptom erlebt erkennen. Ob jemand jedoch optische oder akustische Halluzinationen hat, das kann man z.B. in der Regel von außen nicht erkennen. Es handelt sich dabei unzweifelhaft um nur subjektiv erlebbare bzw. um nur subjektiv erkennbare Phänomene.

Die krankheitswertigen psychischen Symptome bezeichnen somit eine relevante gesundheitliche Störung der Psyche und damit eine krankheitswertige Störung der psychischen Befindlichkeit.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch gesprochen betrachtet wird ein psychisches Symptom durch den Begriff der Idee erkannt (vgl. mit Kant Zitat 7).

Auf dieser Grundlage wird in der Psychologie ein normales psychisches Symptom durch eine  psychologische Idee erkannt. Und es wird in der Psychiatrie ein krankheitswertiges psychisches Symptom durch eine psychiatrische Idee erkannt.

Abnorme psychische Symptome und abnorme psychische Phänomene sind die Zeichen einer psychischen Störung bzw. die Merkmale einer  psychiatrischen Diagnose.

Man bezeichnet daher abnorme psychische Phänomene und abnorme bzw. krankheitswertige psychische Symptome auch als psychopathologische Phänomene.

Psychische Symptome können also – so wie anderen (körperlichen)  Symptome – nicht objektiv, sondern nur subjektiv gültig festgestellt werden.  Es handelt sich dabei also um subjektives Wissen.

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(letzte Änderung 25.12.2019, abgelegt unter Symptom, Definition, Psychiatrie, Psychologie)

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