Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Zur Entwicklung der neuronalen Aktivität

Die Entwicklung der neuronalen Aktivität kann vom Gesichtspunkt der Embryogenese aus betrachtet werden.

Bekanntlich entsteht aus der befruchteten Eizelle nach Zellteillung und Zellvermehrung der Keim und es gehen aus diesem im Weiteren der Trophoblast und der Embryoblast hervor. Aus dem Embryoblast entwickelt sich durch eine Einstülpung, aus dem Ektoderm stammend, das Neuralrohr. Im Rahmen der weiteren Zellteilung, Zellvermehrung und Differenzierung und der Ablösung vom Ektoderm entsteht aus dem Neuralrohr das Nervensystem.

Es ist hier also bereits durch die Erbanlage festgelegt, welche Grundform bzw. welche grundsätzliche Struktur des Nervensystems im Embryo entsteht. Man erkennt damit, dass abgesehen von der befruchteten Eizelle, aus der durch die Differenzierung und Zellteilung diese Blasten entstehen auch der grundsätzliche Aufbau des Nervensystems durch die Anlage – also durch die Genetik weitgehend determiniert ist.

Damit sind auch wesentliche Eigenheiten in Bezug auf das Wesen des Lebewesens bereits weitgehend festgelegt und bestimmt. Man denke etwa an die unterschiedlichen Eigenheiten und Fähigkeiten der unterschiedlichen Tiere z. B. bei den Säugetieren: Hund – Katze – Ziege – Rind- Pferd usf.

In gleicher Weise sind durch die biologischen Anlagen – hier im Blickfeld der organische Aufbau des Nervensystems beim Menschen – die Anlagen für die neuronale Aktivität und damit, die für die individuelle neuronale Funktion durch die Struktur weitgehend bestimmt bzw. vorbestimmt.

Man denke etwa an die Eigenheiten einer Person bezüglich: Temperament, die Geschwindigkeit Sachverhalte aufzufassen und zu Reagieren, an das Auffassungsvermögen, an das Denkvermögen, das Urteilsvermögen, das Vermögen zu Empathie – also die Anlage in der gegebenen Situation etwas zu fühlen usf.

Damit ist evident, dass die neuronale Aktivität im Lebewesen bzw. im Individuum ganz wesentlich durch die Erbanlage – man kann auch sagen – durch die Genetik determiniert ist.

Neben der Genetik sind auch andere Faktoren für auch die Entwicklung – sowohl für die intrauterine wie auch die postpartale wesentlich, weil diese wesentlich in Abhängigkeit von der adäquaten Stimulation, von der persönlichen Erfahrung und  letztlich der Funktion entstehen.

Es spielt hier bei der individuellen Entwicklung, die ungerichtete und ebenso die  gerichtete Aktivität also eine wesentliche Rolle.

Man erkannt damit, dass etwa das freie sich Bewegen können für die Entstehung und Ausbildung der Gelenke beim Embryo wesentlich sind, ferner in der Zeit nach der Geburt die diversen Reize, die Übung, die Praxis, das Lernen im weitesten Sinn. Demgemäß entwickeln sich auch die neuronalen Netzwerke – und damit letztlich die neuronale Funktion – im Normalfall weitgehend gemäß der Naturanlage.

Es entstehen auf diesem Weg also die Voraussetzungen für die neuronalen Muster, die das Lebewesen letztlich zu den einzelnen Eigenheiten und Aktivitäten befähigen, oder zum Mindesten das Potential dazu.

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(letzte Änderung 13.05.2020, abgelegt unter: Biologie, Entwicklung, Nervensystem)

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