Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Denkgewohnheit

Eine Denkgewohnheit ist die Eigenheit einer Person eine bestimmte Gedankensequenz wiederholt zu bilden.

Man erkennt damit, dass die Denkgewohnheit die Folge eines bestimmten neuronalen Musters ist das im Nervensystem dieses Individuums bevorzugt in Gang kommt bzw. abläuft.

Ferner erkennt man aus Sicht der Psychologie damit, dass die Assoziation, die Übung, die Gewöhnung und letztlich die Gewohnheit das Erlernen der Denkgewohnheit befördert haben.

Man kann auch sagen: das Lernen – hat im positiven wie negativen Sinn – die Konditionierung der Denkgewohnheit befördert.

Erwerb einer Denkgewohnheit und damit eines vorteilhaften Denkmusters im weitesten  Sinn: das Kind erlernt durch das Spielen und etwa durch die Bewegung im Freien – z. B. beim Fussballspielen mit anderen Kindern – die motorische und sonstige Geschicklichkeit und auch sonst viele Fertigkeiten.

Erwerb eines negativen Denkmusters: die Wirkung und wiederholte Einnahme des psychotropen Mittels Cannabis verschafft im Moment zwar die erwünschte Beruhigung, führt durch den wiederholten Konsum jedoch mehr oder weniger schnell zur Sucht.

Oder eine Person erinnert sich an ein unangenehmes Erlebnis – und gerät ob dieser Erinnerung immer wieder in dieselbe Wut. Man kann sagen: hier mobilisiert das Denkmuster die Assoziation der Gedanken aus dem Gedächtnis und befördert damit das Wiedererleben derselben Wut.

Durch dieses Beispiel wird deutlich wie das Gehirn je nach Konstitution/Beschaffenheit fast wie ein Automat reagiert – und ein Verlernen bzw. die Dekonditionierung schwierig sein kann – insbesondere falls sich die betroffene Person mit ihrer Denkgewohnheit und damit ihrer Gewohnheit so zu Denken positiv indentifiziert.

Durch diese Erklärung kann man verstehen warum manch ein Mensch, insbesondere mit zunehmendem Alter gefährdet ist in eine sogenannte „Verbitterungsstörung“ zu geraten, weil er durch seine Denkgewohnheit immer wieder dieselben negativen Gedanken durchläuft und so gesehen leicht ein negatives Weltbild – also ein negatives geistiges Bild entwickelt von dem er im Sinn der subjektiven Wahrheit überzeugt ist, dass dies der Wirklichkeit entspricht bzw. dies die Realität zutreffend abbildet. Damit wird auch klar, dass Sturheit und mangelhafte Selbstreflexion das ihrige zur negativen Entwicklung der Persönlichkeit noch besteuern.

Biologisch betrachtet kann man damit verstehen, dass die entsprechenden neuronalen Muster auf diesem Weg sich festigen bzw. die neuronale Funktion im Nervensystem sich auf diese Art und Weise festigt. Man sieht damit wie die Psychologie und die Biologie zusammenhängen bzw. kann man durch diese biologische Theorie die psychologischen Vorgänge durch diese neurobiologischen Vorgänge biologisch begründet erklären.

Und gilt hier (weitgehend) der Spruch: Jeder ist seines Glückes Schmied

Oder wie es Blaise Pascal formuliert hat:

Wie man sich den Geist verdirbt, verdirbt man sich auch das Gefühl. Geist und Gefühl bildet man durch Gespräche, Geist und Gefühl verdirbt man sich durch Gespräche. Also bilden oder verderben sie gute oder schlechte. Deshalb ist es vor allem wichtig, daß man zu wählen versteht, um sie zu bilden und nicht zu verderben, und diese Wahl kann man nur treffen, wenn man sie schon gebildet und nicht verdorben hat. So ist hier ein Kreis, wo die glücklich sind, die ihm entkommen.“ (vgl. mit Blaise Pascal Zitat 1).

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(letzte Änderung 22.04.2020, abgelegt unter Definition, Dekonditionierung, denken, Erleben, Freiheit, Gedächtnis, Gesundheit, Lernen, Medizin, Nervensystem, Psyche, Psychiatrie, psychische Störung, Sucht, Therapie)

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