Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

systemisches Denken

Systemisches Denken ist das Denken das den Zusammenhang der einzelnen Einheiten angemessen beachtet und berücksichtigt.

Beim systemischen Denken werden die einzelnen Glieder des Ganzen wahrgenommen und in ihrer gegenseitigen Relation angemessen berücksichtigt.

Dabei muss man unterscheiden, ob es sich um einen Zusammenhang aus faktischen Einheiten oder systematischen Einheiten handelt (vgl. mit Kant Zitat 7).

Man kann daher auch sagen, dass beim systemischen Denken die Glieder als Fakten/Objekte oder die Vorstellungen bzw. die Ideen im (zusammenhängenden) System durch die Begriffe beachtet werden, insofern berücksichtigt wird „was“ in welchem Umfang auf das Ganze von Einfluss ist und demgemäß eine relevante Bedeutung hat. Daher ist das systemische Denken mit dem vernetzten Denken verwandt und es ist auch mit dem flexiblen Denken verwandt.

Man wird beim systemischen Denken also etwa den Zusammenhang der einzelnen Faktoren oder den der einzelnen Gedanken oder den der einzelnen Argumente in der Sequenz entsprechend berücksichtigen. Demgemäß entscheidet die plausible Argumentation bzw. die plausible Kausalitätskette den diagnostischen Grenzfall, weil die plausible Argumentation den Beifall/Applaus des kritischen Publikums erhält.

Beispiel: in dem etwa ein kluger Politiker vorausschauend bedenkt – und daher in seinen Überlegungen durch sein systemisches Denken angemessen berücksichtigt welche Konsequenzen der Zustrom der Migranten hat auf die Entwicklung des einzelnen Staates in Europa – oder auch für die Europäische Union als Ganzes hat. Ein Politiker sollte als durch systemisches Denken erwägen/abschätzen in welchem Ausmaß dies etwa für die einzelne Gesellschaft tolierierbar/verkraftbar ist, sodass zum Beispiel die geschaffenen Strukturen trotzdem weiterhin funktionieren etc.

Man kann daher auch sagen: systemisches Denken ist ein ganzheitliches Denken und es sollte systemisches Denken auf vernünftiger Überlegung beruhen.

Demgemäß sollte systemisches Denken ein Denken sein bei dem der Verstand mit kluger Bedachtheit/Besonnenheit/Umsicht – somit auf Basis der Vernunft nach der besten Lösung sucht.

Ferner kann man auch sagen: systemisches Denken sollte ein der Situation angepasstes und damit ein dynamisches Denken sein.

Es geht das systemische Denken also mit dem Hausverstand konform, weil auch dieser im gegebenen Fall alle relevanten Aspekte/Argumente oder Tatsachen berücksichtigt.

Man kann auch sagen: systemisches Denken ist das Denken das den Zusammenhang der einzelnen Faktoren Parameter/Merkmale/Ursachen/Gegebenheiten, Umstände, Kriterien, Erscheinungen/Phänomene berücksichtigt und auch den Verlauf fortwährend beachtet und berücksichtigt.

Es beachtet und berücksichtigt das angemessene systematische Denken also die Entwicklung des Systems als Ganzes und ebenso den der einzelnen Glieder im Lauf der Zeit. In diesem Sinne werden beim systematischen Denken die einzelnen Faktoren/Parameter/Merkmale einer  komplexen Ursache berücksichtigt.

Und es wird damit zum Beispiel die  Auswirkung auf die Kausalitätskette im konkreten Fall beachtet und berücksichtigt, falls dies geboten erscheint.

Systemisches Denken ist in vielen Bereichen erfordert, weil der griechische Spruch: panta rhei gültig ist.

Man sollt also in diesem Sinn beweglich und damit dynamisch denken und die jeweiligen Veränderungen beachten und berücksichtigen.

Systemisches Denken ist besonders in der Biologie beim biologischen Denken erfordert. Und es ist systemisches Denken in der Medizin, Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie – ebenso in der Soziologie erfordert, weil praktisch in all diesen Bereichen die fortlaufenden Entwicklungen und Veränderungen zu berücksichtigen sind. Man kann somit berechtigt sagen, dass überall dort wo  Menschen mit einander zu tun haben, in der Gesellschaft, in der Politik, in der Wirtschaft usf. diese Form von Denken wesentlich ist.

Ja selbst in der Technik, in der Regeltechnik, bei der Steuerung (Kybernetik), insbesondere in der Informatik ist systemisches Denken erfordert. Ebenso in der Forschung und Wissenschaftwo man mit komplexen Systemen befasst ist.  Und es ist ferner das systemische Denken auch in vielen anderen Bereichen von Vorteil, weil überall die Dinge im Fluss sind und sich das Ganze fortlaufend verändert und weiter entwickelt.  Daher ist systemisches Denken und Vorausdenken in vielen Bereichen von Vorteil.

Systemisches Denken ist in der Heilkunde zum Beispiel in der Physiologie, in der Neurologie, in der Neurophysiologie, hier etwa in Bezug auf das Nervensystem, oder in Bezug auf das vegetative Nervensystem überhaupt in den systemischen Neurowissenschaften erfordert. Des Weiteren ist systemisches Denken auch in Bezug auf das Immunsystem, somit in der Immunologie oder in Bezug auf das Hormonsystem und in Bezug auf sonstige biologische Systeme erfordert, weil im Organismus die einzelnen Organe und Organsysteme interagieren. Ferner ist systemisches Denken in der Biochemie gefordert weil hier bekanntlich die einzelnen biologischen Reaktionen und Prozesse in vielfältiger Weise zusammenhängen.

Und wie bereits erwähnt in Bezug auf die Psyche und daher auch in der Psychologie und Psychiatrie ist systemisches Denken von großer Bedeutung.

In der psychiatrischen Diagnostik ist das systemische Denken ebenfalls erfordert, weil hier die einzelnen psychischen Phänomene und auch die ganzen psychischen Symptomenkomplexe der psychischen Störungen durch ein rational gegliedertes System bestehen aus systematischen Einheiten zusammenhängen.

ein systemisches Denken erfordert, weil in Bezug auf die Psyche alles mit allem zusammenhängt. Diesen Sachverhalt hat der Psychiater und Philosoph Karl Jaspers erkannt (vgl. mit Jaspers Zitat).

Des Weiteren ist das systemische Denken in der Psychosomatik erfordert, insofern hier besonders die Auswirkungen der Psyche auf den Körper und umgekehrt die Auswirkungen der körperlichen Zustände und Funktionen sich auch auf die Psyche auswirken.

Es kann also etwa durch psychische Belastungen zu körperlichen Funktionsstörungen und auch zu psychischen Funktionsstörungen kommen und es werden diese Sachverhalte in dieser Wissenschaft systematisch untersucht und studiert  – wobei das systemische Denken und Erkennen der relevanten Zusammenhänge in Bezug auf die jeweilige psychosomatische Störung eine große Rolle spielt.

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(letzte Änderung 22.11.2019, abgelegt unter: Definition, denken, Gesundheit, Gutachten, Kognition, Konzept, Krankheit / gesundheitliche Störung, Medizin, Nervensystem, neuronale Muster, Phänomen, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, Psychose, Psychosomatik, Realitätswahrnehmung, Rechtsprechung, Sinn, Theorie, Wissenschaft)

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