Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Wahneinfall

Ein Wahneinfall ist eine orginäre Vorstellung die zur Manifestation des Wahns führt.

Dabei beruht der Wahneinfall auf der wahnhaften Idee die plötzlich als psychopathologisches Phänomen im Bewusstsein der betroffenen Person aufgetreten ist und mit wahnhafter Gewissheit persistiert.

Man kann auch sagen: der Wahneinfall ist infolge einer krankheitsgedingen Assoziationsstörung aufgetreten und persistiert als Folge der kognitiven Störung.

Durch den Wahneinfall wird nämlich ein Gedanke in die persönliche Sichtweise als zutreffend übernommen, obwohl diese Vorstellung mit der Realität nicht übereinstimmt. Man kann daher sagen, dass es sich hierbei um eine Störung im realitätsgemäßen Denken handelt.

Ebenso kann man sagen, dass infolge des Wahneinfalls eine Störung im Denken und infolge im Realitätsbezug aufgetreten ist, die zur Paranoia geführt hat.

Erkenntnistheoretisch betrachtet handelt es sich beim Wahneinfall um ein Wahrnehmungsurteil das nicht nicht der Wirklichkeit entspricht.

Es ist der Wahneinfall also eine plötzlich auftretende Idee, die das klinische Erscheinungsbild des Wahns bewirkt.

Dabei wird die betroffene Person unter Umständen irreversibel an der Richtigkeit ihres Wahneinfalls festhalten, und es wird dann in der psychiatrischen Praxis berechtigt von einer Psychose etwa im Sinn der paranoide Schizophrenie gesprochen.

Oder es wird die betroffene Person infolge ihrer Genesung von der psychischen Störung vom Wahneinfall abrücken und sich von dieser vormaligen Sichtweise distanzieren.

In anderen Fällen wird die betroffene Person über Vorhalt von gewissen Argumenten von ihrer irrigen Sichtweise überhaupt abrücken und spricht man in der Psychiatrie bzw. in der Psychopathologie dann von einer überwertigen Idee.

Dies wird zum Beispiel bei der „Folie á deux“ der Fall sein, wenn die induzierte – also die „angesteckte“ Person, aus der Einflußsphäre der tatsächlich psychisch kranken Person sich entfernt.

Im zuerst genannte Fall denkt man sich berechtigt, dass es beim Wahn eine zu Grunde liegende Natureinheit gibt, die dieses klinische Erscheinungsbild bewirkt. Demgemäß ist der Wahneinfall das mentale Geschehen das zur Manifestation der psychischen Störung des Wahns bzw. der Paranoia führt, wohingegen im Fall der überwertigen Idee die Korrektur der Wahnvorstellung erfolgt und die Anpassung an die Realität früher oder später stattfindet.

Ein Beispiel für einen Wahneinfall:

Es ist die betroffene Person plötzlich davon überzeugt verfolgt zu werden, obwohl es hierfür keinen realen Anhaltspunkt gibt. Dabei ist diese Überzeugung absolut und spricht man daher in der Psychopathologie bei einer Psychose von der wahnhaften Gewissheit.

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(letzte Änderung 18.09.2020, abgelegt unter: Definition, Psyche, Psychiatrie, Psychopathologie, Psychose, Forensische Psychiatrie)

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