Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

fruchtbarer Orientierungspunkt

Ein fruchtbarer Orientierungspunkt ist bei Karl Jaspers ein diagnostischer Orientierungspunkt unter dem ein psychischer oder ein psychiatrischer Sachverhalt aufgefasst wird (vgl. mit Jaspers Zitat).

Es ist ein fruchtbarer Orientierungspunkt also bei Karl Jaspers ein wahrer Orientierungspunkt (vgl. mit Jaspers Zitat 6) unter dem ein psychischer Sachverhalt in der Psychiatrie – oder auch ein psychischer Sachverhalt in der Psychologie – geistig aufgefasst wird.

Somit ist ein fruchtbarster Orientierungspunkt der Begriff der Idee unter dem der Sachverhalt durch die denkende Anschauung erkannt wird (vgl. mit Jaspers Zitat).

Es ist ein fruchtbarer Orientierungspunkt somit eine systematische Einheit in der Terminologie von Immanuel Kant durch die in der Psychiatrie ein krankheitswertiges psychisches Phänomen durch den Begriff der psychiatrischen Idee geistig aufgefasst wird. Analoges gilt auch für eine psychologische Idee in der Psychologie.

Es ist also ein fruchtbarster Orientierungspunkt bei Karl Japsers ein wahrer Orientierungspunkt (vgl. mit Jaspers Zitat 6) und es ist dies somit ein definierter Typus (vgl. mit Jaspers Zitat) mit dessen Hilfe in der Psychiatrie ein gewisser psychischer Symptomenkomplex durch diese diagnostische Einheit in der Psychiatrischen Diagnostik geistig erfasst wird.

Es können also die psychischen Symptome und die psychischen Phänomene somit die psychopathologischen Phänomene einer psychischen Störung durch derartige geistige Orientierungspunkte oder man kann auch sagen durch derartige Gesichtspunkte geistig aufgefasst und damit eine psychiatrische Diagnose subjektiv gültig auf der Ebene der Ideen durch den Begriff der Idee bestimmt werden. Damit erkennt man worin der Zweck (vgl. mit Kant Zitat 2) bzw. der Nutzen einer solchen diagnostischen Einheit liegt, die eine zweckmäßige Einheit im Sinn von Immanuel Kant ist.

Man denkt sich also, dass es eine solche abgegrenzte Einheit gibt, die einen gewissen psychischen Symptomenkomplex hervorruft.

In der Realität – etwa auf der Ebene der körperlichen Funktion – somit etwa auf der Ebene der neuronalen Funktion gibt es jedoch keine solche abgegrenzte physische Einheit, die mit dieser mental definierten Einheit, die eine systematische Einheit ist, korrespondiert.

Daher konnte die psychiatrische Wissenschaft auf der Ebene des Körpers, somit weder auf der Ebene der Anatomie noch auf der Ebene der Histologie und auch nicht in der Biochemie oder in der Genetik oder mit sonstigen physischen Methoden etwa mit der Funktionellen Bildgebung  „biologische Marker“ finden durch die gewisse psychische Störungen physisch diagnostisch bestimmt werden können.

In dieser Hinsicht hat Emil Kraepelin sich getäuscht der geglaubt hat, dass die Psychiatrie auf der Grundlage des naturwissenschaftlichen Verständnisses sich zu einem kräftigen Zweig der medicinischen Wissenschaft fortentwickelt (vgl. mit Kraepelin Zitat 2) und der davon ausgegangen ist, dass gewisse psychische Krankheiten alsbald allgemein gültig bestimmt werden können (vgl. mit Kraepelin Zitat 1).

Es hat also Emil Kraepelin sich getäuscht als er geglaubt hat, dass es in der Psychiatrie natürliche Krankheitseinheiten gibt, die man in Zukunft physisch diagnostisch bestimmen kann.

Hingegen hat Karl Jaspers den Sachverhalt richtig erkannt wenn er in seinem Buch „Allgemeine Psychopathologie“ schreibt, dass (in der Psychiatrie) die Idee der Krankheitseinheit in irgend einem einzelnen Fall sich niemals verwirklichen läßt (vgl. mit Jaspers Zitat 6). Und es hat Karl Jaspers auch recht wenn er an anderer Stelle schreibt, dass diese Schemata methodische Hilfsmittel sind die grenzenlos korrigierbar und verwandelbar sind (vgl. mit Jaspers Zitat) –  wie dies etwa an den psychiatrischen Kategorien der psychiatrischen ICD Klassifikation und der DSM Klassifikation offenbar wird – wenn man sich vor Augen führt wie diese Kategorien im Rahmen der Revisionen von den Fachleuten nach deren Einschätzung modifiziert und damit „korrigiert“ und „grenzenlos verändert“ werden.

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(letzte Änderung 15.4.2014, abgelegt unter Erkennen, Diagnostik, Psychiatrie, Definition)

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