Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Konzentration

Die Konzentration ist die Ausrichtung auf ein Zentrum.

In Bezug auf die Psyche ist die Konzentration die Zentrierung des Bewusstseins auf einen Gegenstand oder eine Vorstellung.

Demgemäß ist man in der Psychologie und Psychiatrie in manchen Fällen mit der Konzentration im Sinne der Fokusierung der Aufmerksamkeit und teils auch im Sinne der Achtsamkeit befasst.

Es befördert die Konzentration also dasjenige was im Zentrum des Bewusstseins steht.

Die Konzentration befördert in diesem Sinn die Bewusstheit und die Besonnenheit.

So kann etwa die Konzentration im positiven Sinn die Leistung befördern, wie man dies bei irgend einer Aktivität kennt, die dann in Folge der Konzentration in best möglicher Form geleistet wird. Oder es kann die Konzentration auf manch eine Empfindung von Schmerz diesen unter Umständen zur Auflösung bringen, weil damit eine gewisse Spannung sich löst. In anderen Fällen kann die Konzentration das Erlebnis verstärken, was zum Beispiel bei der Angst vorkommen kann und sich der Folge die Angst bis zur Panikattacke steigert.

Man erkennt damit, dass die Konzentration vorteilhafte wie auch nachteilige Wirkungen haben kann, je nach dem auf was sie hingelenkt wird und mit welcher Einstellung sie praktiziert wird.

Es sollte die Konzentration nicht durch willkürliche Anstrengung erfolgen, weil dies nur zur Ermüdung führt und der Sache letztlich nicht dienlich ist, sondern es sollte die Konzentration mit Hingabe, also durch die rechte Passivität erfolgen, die dann die bestmögliche Wirkung hervorbringt.

Man kann somit auch sagen, die Konzentration ist ein Vermögen durch die Bündelung der Aufmerksamkeit um damit etwas zu bewirken und zu befördern.

Somit ist die Konzentration die Fähigkeit die Aufmerksamkeit auf etwas zu richten.

Es ist die Konzentration also die Fähigkeit sich auf ein Zentrum hin auszurichten.

Dabei kann die Konzentration auf ein körperliches Zentrum, also auf ein faktisches Zentrum hin ausgerichtet sein. Oder es kann die Konzentration auf ein ideologisches bzw. auf ein geistiges (mentales) Zentrum hin, also auf eine Vorstellung bzw. eine Idee hin ausgerichtet sein.

Im erst genannten Fall kann man das Ziel der Konzentration auf der Ebene der Objekte, somit auf der Grundlage eines Objekts bzw. Faktums bestimmen und allgemein gültig angeben, wohingegen man im zweit genannten Fall das Ziel der Konzentration nicht auf der Ebene der Objekte bzw. der Ebene der Fakten angeben und bestimmen kann, sondern dieses Ziel nur auf der Ebene der Ideen auf der Grundlage einer Idee von einem Subjekt erkannt und bestimmt werden kann (vgl. mit Kant Zitat 7).

Man kann also das Ziel der Konzentration im erst genannten Fall allgemein gültig und damit objektiv gültig angeben, was im zweit genannten Fall nicht möglich ist. In diesem Fall kann das Ziel der Konzentration nur subjektiv gültig durch den Begriff der Idee erkannt werden, der eine systematische Einheit ist (vgl. mit Kant Zitat 7).

In diesem Sinn kann man in körperlicher Hinsicht z.B. in der Medizin auf ein Organ oder einen Teil des Körpers konzentriert sein. Oder man kann in der Psychiatrie (Psychologie) in psychischer Hinsicht zum Beispiel auf eine Vorstellung etwa auf eine Idee oder auf ein Gefühl bzw. auf eine Empfindung hin konzentriert sein.

In der Diagnostik ist die Konzentration die Ausrichtung des Verstandes auf ein Erkenntnisobjekt.

In jedem Fall ist also die Konzentration entweder auf der Ebene der Objekte bzw. der Ebene Fakten, etwa auf der Ebene der physis (= Natur) auf etwas hin ausgerichtet, oder es ist die Konzentration auf etwas ausgerichtet was nur jenseits der physis, also nur meta-physisch erkannt werden kann.

Bei der Fähigkeit zur Konzentration spricht man in der Psychologie (Psychotherapie) und Psychiatrie vom Konzentrationsvermögen und falls dieses Vermögen gestört ist, so spricht man von einer Konzentrationsstörung.

Konzentration bei einer praktischen Tätigkeit

Man kann eine praktische Tätigkeit mit geringer oder großer Konzentration ausüben. Dabei bemerkt man, dass der Grad der Konzentration sich auf die Leistungsfähigkeit auswirkt. Bekannt ist wie in der Natur die Tiere zum Teil mit großer Konzentration bei der Sache sind. So etwa ein Greifvogel der aus großer Höhe den Untergrund beobachtet. Oder eine Katze die eine mögliche Beute beobachtet usf. Es kommt also bei einer derart konzentrierten Tätigkeit zur Sammlung aller Kräfte und Fähigkeiten auf ein Ziel. Dies kann auch bei sonst einer Tätigkeit beobachtet werden. Etwa bei einer künstlerischen Tätigkeit etwa beim Musizieren, beim Tanz, bei Eiskunstlauf usf. Auch bei der Arbeit, beim Zuhören, beim Schachspiel usf. Immer ist die Aufmerksamkeit auf etwas hin ausgerichtet und dabei bestmöglich gesammelt.

Konzentration biologisch betrachtet

Bei der Ausübung einer konzentrierten Tätigkeit ist offenbar die neuronale Funktion auf etwas hin ausgerichtet. Es kommt hier also entweder spontan oder beabsichtigt zu einer Ausrichtung der neuronalen Funktion und befördert dies wahrscheinlich die Ausbildung von neuronalen Mustern die bestmöglich aufeinander abgestimmt sind. Dabei ist am Anfang in der Phase des Lernens eines gewissen Vorganges eine gewisse Anstrengung erfordert wohingegen dann wenn die Sache gelernt worden ist dieser Vorgang mit großer Leichtigkeit stattfindet, ohne dass noch eine wesentliche Anstrengung erfordert ist. Ist also in der Phase in Folge der Übung und der Praxis weitgehend zu einer Automatisierung und Verselbständigung dieser Fähigkeit gekommen ohne dass noch eine große Anstrengung erforderlich ist. Derartiges kann als die Frucht des konzentrierten Tuns bezeichnet werden, wie sich diese als Folge der wiederholten Praxis eingestellt hat.

Derartiges ist etwa auch aus der meditativen Praxis also aus der Meditation und dem Yoga bekannt und natürlich auch aus vielen anderen Bereichen.

Psychologisch betrachtet ist die Konzentration ein psychisches Phänomen.das sowohl als normale Reaktion der Psyche auftreten kann, das unter Umständen jedoch auch nachteilige Folgen nach sich ziehen kann und dann unter Umständen eine Störung der Psyche und somit eine krankheitswertige psychische Störung bewirkt. In diesem Sinn kennt man etwa die Angstreaktion die als Panikattacke bezeichnet wird wenn die Person sich auf die Angst hin konzentriert und diese vermeiden will. In diesem Fall hat also die unvorteilhafte Konzentration ein psychopathologisches Phänomen befördert.

Biologisch betrachtet ist die Konzentration eine Leistung des Nervensystems die im günstigen Fall positive Auswirkungen hat und im negativen Fall – wie am Beispiel der Angstreaktion bzw. der Panikattacke gezeigt worden ist unter Umständen auch nachteilige Auswirkungen haben kann.

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(letzte Änderung 02.02.2018, abgelegt unter: Definition, Konzentration, Nervensystem, philosophische Begriffe, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, psychiatrischer Begriff, psychologischer Begriff)

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