Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Aufklärung

Die Aufklärung das Ergebnis der geistigen Entwicklung, die zum Wissen geführt hat das sich der Grenzen des erlangten Wissens bewusst ist und damit den Grad (vgl. mit Kant Zitat 9) und die damit verbundenen Beschränkungen im Wissens in der Praxis, Theorie, Wissenschaft und auch sonst in allen anderen Bereichen des Lebens beachtet und berücksichtigt (vgl. mit Kant Zitat 3a und mit Kant Zitat 10 -> siehe dazu auch den Wikibeitrag).

Man kann auch sagen: die Aufklärung ist die geistige Entwicklung, die zum Wissen geführt hat, das den Grad des jeweils erlangten Wissens (vgl. mit Kant Zitat 9)  in den jeweiligen Bereichen beachtet und berücksichtigt (vgl. mit Kant Zitat 3a).

Daher wird eine im Sinn der Aufklärung aufgeklärte Person, einerseits mit der angemessenen Bescheidenheit und andererseits mit der angemessenen Bestimmtheit und daher mit rational fundiertem Selbstbewusstsein auftreten und das von ihr erlangte Wissen mit Intelligenz und Klugheit vertreten. Es wird eine solche Person also intelligent, klug und vernünftig ihr Wissen vertreten und es wird daher eine solche Person mündig sein.

Über eine solche Person schreibt Immanuel Kant:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit (vgl. mit Kant Zitat 11).

Eine im Sinn der Aufklärung aufgeklärte Person ist sich also der Grenzen ihres subjektiven Wissens bewusst, wenn sie dieses im privaten Bereich oder auch im öffentlichen Bereich, etwa in der Rechtsprechung als Richter bei Gericht, oder in der Religion als Gläubiger, somit im persönlichen Glauben usf. vertritt.

Im Gegensatz dazu ist eine im Sinn der Aufklärung nicht aufgeklärte Person sich der Grenzen ihres subjektiven Wissens und den daraus resultierenden Konsequenzen nicht bewusst.

Als Folge davon erhebt sie Ansprüche, wo solche nicht gerechtfertigt sind und sie wird auch nicht tolerant sein, wo Toleranz angebracht ist.

Eine solche Person überschätzt also den Grad und die Möglichkeit – was in welchem Ausmaß gewusst werden kann und welche Rechte daraus in einem aufgeklärten Staat resultieren sollten.

Eine solche Person überschätzt also den Grad des Wissens, den sie zu gewissen Sachverhalten erlangt hat bzw. erlangen kann.

Eine solche Person ist unter Umständen subjektiv davon überzeugt, verlässlich im Sinn der objektiven Gewissheit zu wissen, obwohl ihr Wissen nur den Grad eines Glaubens oder den einer Meinung hat.

Daher ist eine solche Person unter Umständen verleitet mit grundlosen Anmaßungen  aufzutreten – eben, weil sie ihr Wissen und eventuell das ihrer Wissenschaft überschätzt (vgl. mit Kant Zitat 10).

Dies kann in einer Wissenschaft dazu führen, dass diese in einen Indifferentism und letztlich in ein Chaos gerät (vgl. mit Kant Zitat 10) und sie dadurch auch in ewige Widersprüche und in Streitigkeiten gerät – was natürlich auch der Einzelperson passiert, die ihr Wissen überschätzt (vgl. mit Kant Zitat 2a). Verständlicherweise neigt eine solche Person, die nicht im Sinn der Aufklärung aufgeklärt ist zu überheblichem und arrogantem Verhalten. Eine solche Person ist also unter Umständen geneigt das Verhalten der Arroganz an den Tag zu legen.

Im Laufe der Zeit hat sich das Wissen über die Grade des Wissens entwickelt und man unterscheidet seither zwischen Wissen im Sinn der Gewissheit, vom Glauben und von einer Meinung (vgl. mit Kant Zitat 9).

Zum Grad des Wissens

Immanuel Kant schreibt, dass alles Wissen mit Anschauungen beginnt, von da zu Begriffen geht und mit Ideen endigt (vgl. mit Kant Zitat 2a).

Wenn man nun hergeht und das Wissen untersucht, so findet man Wissen das auf der Ebene der Objekte bzw. auf der Ebene der Fakten überprüfen kann. Solches Wissen hat – wenn es unabhängig vom Subjekt erkannt wird den Grad der Gewissheit (vgl. mit Kant Zitat 9).

Sodann findet man Wissen von dem das erkennende Subjekt, also die erkennende Person, subjektiv überzeugt ist, dass ihr Wissen zutreffend ist, sie das Wissen aber nicht auf der Ebene der Objekte bzw. nicht auf der Ebene der Fakten überprüfen kann. In diesem Fall handelt es sich um Wissen vom Grad des Glaubens.

Und schließlich gibt es Wissen von dem die erkennende Person ihrerseits nicht gänzlich überzeugt ist. Die Person hält also dieses Wissen nur für mehr oder weniger gewiss. In diesem Fall handelt es sich um Wissen vom Grad einer Meinung.

Weil es Wissen von diesen unterschiedlichen drei Graden gibt, sollte man beachten um was für Wissen es sich im konkreten Fall handelt.

In gewissen Fällen kann man das Wissen mit Gewissheit bestimmen – falls es auf der Ebene der Objekte bzw. der Ebene der Fakten überprüft werden kann oder falls es durch das gesetzmäßig wiederholbare Experiment überprüft werden kann und daher durch die gesetzmäßige Demonstration der Beweis gestellt werden kann (etwa in der Physik, so zum Beispiel in der Festkörperphysik unter gewissen Bedungen – etwa in einem gewissen Temperaturbereich)

In anderen Fällen handelt es sich jedoch nur um subjektiv gewisses Wissen bzw. um ein Fürwahrhalten das mehr oder weniger ausgeprägt ist (vgl. mit Kant Zitat 9).

Man kann daher berechtigt sagen, dass nur eine Person im Sinn der Aufklärung aufgeklärt ist, wenn sie den Grad ihres Wissens bzw. des gegenständlichen Wissens beachtet und damit auch die Konsequenzen berücksichtigt, die sich aus dem Grad dieses Wissens ergeben (vgl. mit Kant Zitat 3a).

Dies sollte in allen Bereichen des Wissens beachtet werden. Dies sollte in der Praxis, in der Theorie und auch in der Wissenschaft beachtet und berücksichtigt werden.

Es sollte dies also konkret im Alltag, im Beruf, in der Politik, in der Wissenschaft, mit ihren verschiedenen Bereichen, somit in den Naturwissenschaften, in den Geisteswissenschaften, in der Medizin, in der Psychiatrie und in der psychiatrischen Wissenschaft, in der Psychologie, in der psychologischen Wissenschaft, in der Psychotherapie, in der Soziologie in der Religion und in der Religionswissenschaft, somit in der Theologie, in der Diplomatie und überhaupt in allen Bereichen des Wissens beachtet und berücksichtigt werden, damit man nicht in anmassende Behauptungen gerät, die nicht gerechtfertigt sind, und damit man Probleme vermeidet, in die man ansonsten grät, wenn man mit grundlosen  Anmaßungen auftritt, die nicht rational gerechtfertigt sind (vgl. mit Kant Zitat 10).

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(letzte Änderung 20.06.2019, abgelegt unter Begriff, Definition, Philosophie, philosophische Begriffe, Rechtsprechung, Wissen, Wissenschaft)

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