Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

körperlicher Befund

Ein körperlicher Befund ist ein Befund der sich auf den Körper bezieht.

Zum Beispiel sind die Größe und das Gewicht einer Person jeweils körperliche Befunde.

Es ist ein körperlicher Befund also ein physischer Befund.

Man kann damit auch sagen: ein körperlicher Befund ist ein faktischer Befund respektive ein physischer Befund und es ist dies somit ein objektiver Befund.

In der Medizin gibt es viele körperliche Befunde, die die Merkmale einer gesundheitlichen Störung (Krankheit) sind. Es gibt körperliche Befunde, die äußerlich sichtbar sind und solche, die nur durch eine spezielle Untersuchungsmethode erfasst werden können. Etwa Röntgenbefunde, oder sonstige bildgebende Befunde, Laborbefunde, die das Blut oder sonstige Körperflüssigkeiten betreffen. Hormonwerte und viele andere körperliche Befunde, die in der Regel physische bzw. physikalische Befunde sind.

Im Gegensatz zur Medizin werden in der Psychiatrie psychische Befunde erhoben. Diese Befunde können nicht auf der Grundlage der physis bzw. auf der Grundlage der Physiologie bzw. auf der Grundlage der Physik erhoben werden, sondern es können diese Befunde nur auf der Ebene der Vorstellungen auf der Grundlage einer Idee erfasst werden. In der Medizin trifft dies für die Symptome und für die nicht objektivierbaren Phänomene  (z.B. Kraftlosigkeit, Schwäche, Zittern, Tinnitus usf.) zu, die ebenfalls nur auf der Ebene der Vorstellungen bzw. nur auf der Ebene der Ideen erfasst werden können.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet erkennt man, dass es in der Heilkunde einerseits Befunde gibt, die auf der Ebene des Körpers also physikalisch erfasst werden können und andererseits gibt es Befunde die nicht physikalisch, sondern nur jenseits der physis also jenseits der Physik, nämlich meta-physisch, also nur auf der Ebene der Ideen erfasst werden können (vgl. mit Kant Zitat 7). Demgemäß können die einen Befunde in der Regel objektiv gültig bestimmt werden, weil sie auf ein Objekt zurückgeführt und auf dieser Grundlage allgemein gültig bestimmt werden können, wohingegen die anderen Befunde nicht objektiv gültig sondern nur subjektiv gültig auf der Ebene der Vorstellungen bzw. auf der Ebene der Ideen von einem Subjekt erfasst werden können (vgl. mit Kant Zitat 9).

Man erkennt damit dass körperliche Befunde in der Medizin bzw. in den Fachbereichen der Medizin (Innere Medizin, Pädiatrie, Neurologie, Chirurgie, Orthopädie, Gynäkologie, Augenheilkunde, HNO usf.) in der Diagnostik wesentliche Befunde liefern um die medizinische Diagnose festzustellen bzw. dass die körperlichen Befunde die objektiven Befunde sind um gewisse gesundheitliche Störungen (Krankheiten) objektiv gültig und damit allgemein gültig zu bestimmen.

Nachfolgend einige Beispiele für körperliche Befunde:

Enzymwerte des Herzmuskels, der Leber usf.

histologischer Befund (Blutzellen, Leberzellen, Nierenzellen, atypische Zellen, normale Zellen usf.)

Nachweis von Bakterien, Viren, Anitikörper

Knochenbruch etwa im Röntgenbefund.

Sauerstoffsättigung im Blut.

Blutzucker

Blutfette

Blutspiegel einer Substanz nach Medikamenteneinahme

Alhololspiegel im Blut nach Alkoholkonsum

usw.

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(letztes Änderung 07.10.2018, abgelegt unter: Befund, Definition)

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