Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Selbst – aus der Sicht des Yoga und der Meditation

Aus der Sicht des Yoga und der Meditation ist das Selbst von verschiedenen spirituellen Lehren beschrieben und definiert worden:

Ramana Maharshi definiert das „Selbst“ wie folgt:

„Wahr ist, dass das Selbst beständiges und ununterbrochenes Gewahrsein ist.“ (vgl. mit Ramana Maharshi Zitat 6)

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Nisargadata Mahary schreibt:

„I told you already. Discover all you are not. Body, feelings, thougts, ideas, time space, being and not-being, this or that – nothing concrete or abstract you can point out to is you.  … you must watch yourself continously – particularly your mind – moment by moment, missing nothing. This witnessing is essential for the separation of the self from the not-self.

(vgl. mit Nisargadatta Maharaj Zitat 5 – self, 1. Zitat)

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Weiters schreibt Nisargadatte Mahary:

“What you are, you already are. By knowing what you are not, you are free of it and remain in your natural state. It all happens quite spontaneously and effortlessly.”

(vgl. mit Nisargadatta Maharaj Zitat 6 – self, 2. Zitat)

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Osho definiert das Selbst wie folgt:

„Das “Selbst” ist ein Zentrum.“

und Osho weiter:

“Dieses Zentrum entsteht, in dem man sich ständig bewusst ist,  dass du etwas tust  – dass du sitzt, dass du jetzt einschläftst, dass dich jetzt der Schlaft überkommt, dass du in Schlaf fällst. Versuche in jedem Augenblick bewusst zu sein, und dann wirst Du wahrnehmen, dass ein Zentrum in dir geboren wird; die Dinge haben angefangen, sich zu kristallisieren, eine Zentrierung geschieht. Jetzt ist alles auf ein Zentrum bezogen.”

(vgl. mit Osho Zitat 2)

Vergleiche weiters mit:

Osho Zitat 4

Osho Zitat 13b

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Empirisch psychologisch betrachtet ist das „Selbst“ ein besonderer Zustand der inneren Erfahrung bzw. des Bewusstseins, der erlebt wird wenn das Denken zum Stillstand gekommen ist. (Vergleiche mit der Definition des Yoga nach Patanjali: 2. Sutra)

Dieser Zustand unterscheidet sich von allen anderen Zuständen der inneren Erfahrung dadurch, dass das Denken zum Stillstand gekommen ist und keine konkreten Inhalte das Bewusstsein  im Sinn von verschiedenen Ideen und Vorstellungen erfüllen, die in der Form der Begriffe dieser Ideen auftauchen und wieder verschwinden oder die als sonstige Vorstellungen auftauchen und wieder verschwinden. Sondern, dass der Inhalt des Bewusstseins aus „ununterbrochenem Gewahrsein“ besteht, das man auch als den Zustand des „inneren Zeugen“ beschreiben kann, wenn das Denken zum Stillstand gekommen ist.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet ist das „Selbst“ ein abstrakter Begriff. Das Selbst ist der Begriff einer abstrakten Idee, die im Bewusstsein der erkennenden Person erscheint, wenn diese den zuvor beschriebenen Zustand in der Form dieser systematischen Einheit beschreibt (vgl. mit Kant Zitat 7). Man kann auch sagen, dass bei einer Person, die diese Erfahrung macht der Begriff dieser Idee als systematische Einheit in ihrem Bewusstsein erscheint, wenn dieser Zustand erfahren und begrifflich benannt wird.

Neurophysiologisch betrachtet ist das „Selbst“ ein besonderer Aktivitätszustand des zentralen Nervensystems, bei dem sich ein besonderer neuronaler Aktivitätszustand im Sinn eines besonderen neuronalen Musters eingestellt hat, das phänomenologisch dem Zustand des Nicht-Denkens entspricht. Mit anderen Worten das dem Zustand des inneren Gewahrseins im Sinn des „ununterbrochenen Gewahrsseins“ entspricht, ohne, dass ständig wechselnde Assoziationen im Bewusstsein erscheinen.

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(letztes update 29.9.2012, Medizin-Psychotherpie-Yoga-Meditation)

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