Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Erleben

Das Erleben ist der Zustand der Psyche der mit Bewusstheit erfahren wird.

Neuro-biologisch betrachtet entsteht das Erleben als Folge der neuronalen Aktivität in Zusammenarbeit mit sonstigen Organen, insbesondere der Funktion der Sinnesorgane.

Oder man kann auch sagen: das Erleben entsteht als Folge der neuronalen Funktion der Nervenzellen im Nervensystem im Verbund mit anderen Organen.

Psychologisch betrachtet ist das Erleben das psychische Phänomen das vom Lebewesen als Folge seines Bewusstseins erfahren wird.

Es beruht das Erleben also auf der Erfahrung und damit bei einem höheren Lebewesen teils auf der aktiven Kognition und teils auf der passiven Empfindung somit auf dem Gefühl bzw. auf dem Fühlen – überhaupt wird durch das Erleben das Befinden und damit die Befindlichkeit pathisch wahrgenommen.

Dabei entsteht das Erleben durch die neuronale Funktion des Nervensystems.

Man kann das Erleben unter dem biologischen Aspekt betrachten und unter dem psychologischen.

Unter dem psychologischen Aspekt betrachtet ist das Erleben ein psychisches Phänomen das infolge der neuronalen Funktion des zentralen Nervensystems insbesondere infolge der Aktivität des Gehirns entsteht.

Es ist das Erleben also das was dem Lebewesen mehr oder weniger bewusst zuteil wird, insofern sein Nervensystem auf die Gegebenheiten reagiert und dies gewisse Auswirkungen zur Folge hat.

Beim Mensch spielt sich sein Erleben zum Teil in seinem Bewusstsein ab.

Man sagt daher, dass die Person etwas mehr oder weniger ausgeprägt bewusst erlebt, fühlt, spürt, empfindet und denkt.

Man kann daher sagen, dass das Erleben der Person wesentlich durch ihr Denken, ihr Fühlen und ihre Empfindung geprägt ist und in der Situation natürlich auch wesentlich durch die momentanen Sinnenswahrnehmungen bestimmt bzw. mitbestimmt ist.

In gewisser Hinsicht ist das Erleben ein passives Phänomen – oder man kann auch sagen: ein pathisch erlebtes psychisches Phänomen, weil dazu keine willentliche  Aktivität erforderlich ist. Und es kann das Erleben dabei vom Lebewesen als angenehm und daher als positiv bewertet werden oder es kann als unangenehm und daher als negativ bewertet werden.

In diesem Sinn kann das Erleben unterschiedlich bewertet werden und spielt hierbei die persönliche Erwartung bzw. die Erwartungshaltung eine wesentliche Rolle.

Daher ist das Erleben ein passives Phänomen – oder man kann auch sagen: ein pathisch erlebtes psychisches Phänomen, weil dazu keine willentliche  Aktivität erforderlich ist.

Das Erleben findet bei mehr oder weniger stark ausgeprägter Bewusstheit statt solange der Tod noch nicht eingetreten ist.

Das Erleben entsteht infolge der inneren und äußeren Erfahrung, insbesondere infolge der Sinneswahrnehmungen und der Gedanken, die in diesem Zusammenhang assoziiert werden.

Man kann auch sagen: das Erleben wird dem Lebewesen durch seine Psyche als pathisches Geschehen zuteil.

Durch seinen Verstand erfasst das Lebewesen den Zusammenhang der Dinge durch das Denken und das Erkennen der Erscheinungen in geistiger Hinsicht. Und durch das Gefühl bzw. durch das Fühlen erlebt das Lebewesen in welcher Befindlichkeit es sich befindet bzw. was es gerade fühlt.

Es ist das Erleben also die momentane Erfahrung in körperlicher und in psychischer Hinsicht und ebenso in geistiger Hinsicht.

In körperlicher Hinsicht ist dies die Abfolge der körperlichen sinnlichen Wahrnehmungen (Helligkeit, Dunkelheit, Hitze, Kälte usf.) sowie der  Empfindungen (etwa ein Völlegefühl, das Gefühl des Hungers, des körperlichen Wohlbefindens usf.)

In psychischer Hinsicht ist dies bei einem Lebewesen die Abfolge von Vorstellungen und sonstigen Inhalten des Bewusstseins, wie diese als Folge seines Verstandes und überhaupt als Folge seines Denkens im Bewusstsein auf der Grundlage seiner Stimmung entstehen. Man kann hier also davon sprechen wie der Geist erlebt wird bzw. durch welche Inhalte es sich in der Psyche manifestiert.

Das Erleben kann durch die Zergliederung in die einzelnen Phänomene in körperliches Erleben und in psychisches Erleben zergliedert werden.

Das Erleben kann somit durch die Zergliederung  des Begriffs „Erleben“ in verschiedene körperliche Phänomene und in verschiedene psychische Phänomene zerlegt und zergliedert werden, das vom Lebewesen mit Bewusstheit erlebt werden.

Das Erleben setzt also die Lebendigkeit voraus. Man muss also lebendig sein, man muss bewusst sein um etwas erleben zu können.

Das Erleben entsteht auf der Grundlage der Empfindung in körperlicher Hinsicht und auf der Grundlage der sinnlichen Wahrnehmung und der Bewusstheit und es führt dies zu den mentalen Prozessen, die man als das Fühlen bzw. als das Gefühl und als das Denken bezeichnet.

Beim Erleben unterscheidet man Erlebnisse, die bewusst erlebt werden, von solchen die weniger bewusst bis gänzlich unbewusst erlebt werden.

Nur ein geringer Teil dessen was wir durch die Sinne wahrnehmen wird von uns bewusst erlebt.

Es ist evident dass das Erleben für uns von eminenter Bedeutung ist. Demgemäß ist das Erleben und sind die Störungen im Erleben in der Medizin, in der Psychiatrie aber auch in der Psychologie und Psychotherapie von großer Bedeutung.

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(letzte Änderung 21.03.2020, abgelegt unter Erleben, Definition, Begriff, Psyche, Psychologie)

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