Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Befindlichkeit

Die Befindlichkeit ist das Befinden in dem man sich „findet“.

Es bezeichnet die Befindlichkeit also den Zustand der Person, wie dieser durch die innere Wahrnehmung im Moment besteht.

Man kann auch sagen: die Befindlichkeit ergibt sich aus der Empfindung und dem Gefühl das zu einem gewissen Zeitpunkt vorhanden ist und daher den momentanen Zustand bestimmt.

Die Befindlichkeit wird somit wesentlich durch das Gemüt oder man kann auch sagen durch die vorherrschende Stimmung der Person erzeugt.

Die Befindlichkeit wird in der Selbstreflexion von der betroffenen Person erkannt oder besser gesagt gespürt/empfunden/erlebt.

Man kann die körperliche Befindlichkeit von der psychischen Befindlichkeit unterscheiden, wenngleich in der Realität natürlich immer beides gleichzeitig erlebt wird.

In körperlicher Hinsicht sagt z.B. jemand er fühlt sich gesund oder er fühlt sich krank. Man befindet sich also im Zustand der Gesundheit oder im Zustand der Krankheit.

In psychischer Hinsicht sagt z.B. jemand, dass er sich ausgeglichen fühlt, oder dass er depressiv ist, oder manisch gestimmt ist usf. Es gibt also die verschiedensten psychischen Störungen die mit unterschiedlichen Formen einer psychischen Befindlichkeitsstörung einhergehen. Bei all diesen psychischen Störungen ist die Stimmung beeinträchtigt. Es handelt sich dabei also um psychische Störungen bei der primär eine affektive Störung vorliegend ist. In manchen Fällen einer Befindlichkeitsstörung besteht auch eine kognitive Störung.

Die Befindlichkeit beschreibt also einen Zustand des Erlebens und zwar eine Zustandsqualität die pathisch erlebt wird. Die Befindlichkeit wird einer Person zuteil. Die Person findet sich zu einer gewissen Zeit in einem gewissen Befindlichkeits-zustand und es macht die Person sodann die Erfahrung, dass die Befindlichkeit und damit der Zustand der Psyche sich im Laufe der Zeit sich verändert und entwickelt.

In der Psychologie, Psychiatrie und Psychotherapie kennt man z.B. die Zustände des sich glücklich fühlens, des sich traurig fühlens, des wütend sein, gelassen sein, fröhlich sein, heiter sein, aufgeregt sein, ruhig sein, ängstlich sein, mutig sein, depressiv sein, manisch sein, euphorisch sein, bedrückt sein, exaltiert sein usf. unterscheiden.

Es handelt sich dabei also um eine Erlebnisqualität wie sie beim normalen Erleben auftritt und wie sie unter Umständen auch im Rahmen einer krankheitswertigen psychischen Störung auftritt. Während es sich in den zuerst genannten Fällen um normale psychische Phänomene handelt, ist die Befindlichkeit bei einer ausgeprägten psychischen Störung ein psychopathologisches Phänomen.

In der Medizin kennt man die verschiedenen Befindlichkeitsstörungen. Man kennt den Zustand der Schwäche, der Kraftlosigkeit, die verschiedenen Befindlichkeitsstörungen, die mit Schmerzen einhergehen (Kopfschmerzen, Bauchschmerzen usf.), oder die Befindlichkeitsstörungen wie Schwindel, oder isolierte Symptome wie Tinnitus (Ohrgeräusch) und andere Phänomene, die die Lebensqualität beeinflussen.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet wird eine Befindlichkeit oder eine Befindlichkeitsstörung durch den Begriff einer Idee erkannt (vgl. mit Kant Zitat 7). Es werden nämlich die einzelnen Merkmale, die die Befindlichkeit charakterisieren durch den Bezug auf die jeweilige Idee bzw. durch den Bezug auf das Schema dieser Idee, das eine systematische Einheit ist aufgefasst. (vgl. mit Kant Zitat 7)

Neurophysiologisch betrachtet ist die Befindlichkeit oder eine Befindlichkeitsstörung das Ergebnis des integrativen Prozesses wie dieser auf der Ebene des zentralen Nervensystems als Folge der einlangenden Informationen und der zentralen Verarbeitung derselben entsteht.

Aus der Sicht der Meditation oder des Yoga betrachtet ist die Befindlichkeit wie sie sich im Rahmen der Meditation oder im Yoga entwickelt der innere Prozess bzw. der innere Zustand wie er durch die Katharsis bzw. die Dekonditionierung entsteht.

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(letzte Änderung 14.07.2019, abgelegt unter: Befindlichkeitsstörung, Definition, fühlen, Psyche, Psychiatrie, psychische Störung, Psychologie, medizinischer Begriff, psychiatrischer Begriff, psychologischer Begriff)

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