Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Freiheit

Freiheit ist was ohne Zwang erlebt wird.

Freiheit ist also der Zustand in dem ich nicht eingeschränkt bin.

Wer psychologisch betrachtet ohne Wunsch ist, ist frei.

Dabei geht der Zustand der  Freiheit mit der Verantwortung einher, insofern man nicht alles tun soll, was man tun kann, weil dadurch unter Umständen die Rechte anderer Personen verletzt werden.

Es ist die Freiheit also mit der Möglichkeit und dem Potential verbunden, etwas auf der Grundlage des freien Willens zu unternehmen oder zu unterlassen.

Demgemäß beruht die Freiheit auf der Möglichkeit der freien Wahl und der freien Entscheidung.

Dabei kann man bei der Freiheit die innere Freiheit von der äußeren Freiheit unterscheiden.

Man sagt: der Mensch ist frei im Denken. Dies trifft auf den Zustand der psychischen Gesundheit zu.

Dabei lehrt die persönliche Erfahrung, dass die persönliche Freiheit je nach Situation und Sachverhalt verschieden ist.

Man ist nicht überall und in jeder Hinsicht frei. Diese Erfahrung wird insbesondere im Zustand der Krankheit bzw. der gesundheitlichen Störung gemacht und es trifft dies insbesondere auf psychische Störungen zu, wie sie die Psyche betreffen können (Beispiel: Sucht, Zwang, Neurose, Psychose usf.)

Weiteres über die Freiheit insbesondere die innere Freiheit:

Die innere Freiheit wird in vielen Fällen durch das Loslassen erreicht.

Dabei ist die Freiheit mit der Verantwortung verbunden. Wem es überlassen ist etwas zu tun, oder nicht zu tun, der trägt für sein Handeln oder sein Nicht-Handeln die Verantwortung. Es ergeben sich daraus also Konsequenzen für die freie Person in Bezug auf sie selbst, die Gesellschaft und die Umwelt. Dies wird in Bezug auf das Zusammenleben in einer Gesellschaft durch die rechtliche Ordnung und hier durch die Rechtsprechung geregelt.

In der Medizin steht es einem Patienten grundsätzlich frei eine Behandlung bei sich vornehmen zu lassen, oder diese zu verweigern, wenn etwa ein Arzt zu ihm sagt, dass die Indikation zu einer Behandlung / Therapie besteht.

Andererseits steht es auch dem Arzt frei die Behandlung vorzunehmen, oder zu unterlassen, wenn diese vom Patient gewünscht wird, außer es handelt sich um einen Notfall.

Auch in der Psychiatrie steht es einem Patienten grundsätzlich frei sich einer Behandlung, etwa einer medikamentösen Behandlung zu unterziehen, oder eine Psychotherapie in Anspruch zu nehmen, außer es besteht die Sondersituation, dass der Patient gemäß dem Unterbringungsgesetz gegen seinen Willen der Behandlung zugeführt worden ist, weil er wegen einer schweren psychischen Störung vom Grad einer Psychose die Dringlichkeit und die Notwendigkeit der Behandlung nicht erkennen kann und er daher „sein Leben oder seine Gesundheit oder das Leben oder die Gesundheit anderer ernstlich und erheblich gefährdet und

2.nicht in anderer Weise, insbesondere außerhalb einer psychiatrischen Abteilung, ausreichend ärztlich behandelt oder betreut werden kann.“ (gemäß dem österreichischen Unterbringungsgesetz)

Ansonsten steht es einem Patienten in der Psychiatrie grundsätzlich frei für sich zu entscheiden und  in eine vorgeschlagene bzw. empfohlenen Behandlung einzuwilligen.

Daher sollte eine Person, die mündig ist, die also im Sinn der Aufklärung aufgeklärt ist, gemäß ihrem freien Willen selbst entscheiden, bevor sie sich etwa zu einer Behandlung / Therapie entschließt.

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(letzte Änderung 27.11.2017, abgelegt unter: Definition, Freiheit, philosophische Begriffe, Forensik, Forensische Psychiatrie, Philosophie, Gutachten)

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