Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

physiologisches Phänomen

Ein physiologisches Phänomen ist ein Phänomen das bei einem Lebewesen auf der Ebene des Körpers beobachtet werden kann.

Es ist dies ein Phänomen das am Körpers bzw. im Körper durch den Ablauf bzw. durch die Veränderung von gewissen physischen Parametern beobachtet und unter Umständen auch monitorisiert und damit dokumentiert und gemessen werden kann.

Im Gegensatz dazu kann ein psychisches Phänomen, wie es in der Psychologie und Psychiatrie untersucht wird nicht auf der Ebene der Körpers erfasst und festgestellt werden, sondern es kann eine solches Phänomen nur auf der Ebene der Psyche erlebt werden und von der Person, wenn es sich beim Lebewesen um einen Mensch handelt in der Form von Worten und durch sonstige Ausdrucksformen mitgeteilt werden.

Ein physiologisches Phänomen kann also in der Natur bzw. bei einem Organismus beobachtet werden und es handelt sich damit um ein natürliches Phänomen.

Man kann daher auch sagen ein physiologisches Phänomen ist ein biologisches Phänomen.

Bei einem physiologisches Phänomen kann man unter Umständen physische Parameter objektiv bestimmen durch die man das Phänomen allgemein gültig dokumentieren kann. Zum Beispiel kann man den Blutdruck, oder die Herzstromkurve objektiv bestimmen und so diese Phänomene allgemein gültig erfassen. Andere physiologische Phänomene kann man nicht objektiv bestimmen. Zum Beispiel kann man das Phänomen des Schwindels oder das Phänomen eines Ohrgeräusches (Tinnitus) oder einen Schmerz der, wenn man ihn körperlich untersucht ebenfalls ein physiologisches Phänomen ist, nicht körperlich objektiv bestimmen. Ein derartiges Phänomen kann man auch als psychologisches bzw. als psychisches Phänomen bezeichnen, wenn man damit das Phänomen meint, das auf der Ebene des Bewusstseins von der Person bewusst erlebt wird.

Man kann auch sagen ein physiologisches Phänomen ist ein körperliches Phänomen, da es sich auf der Ebene der körperlichen Funktionen abspielt. Gleichzeitig wird ein solches Phänomen in vielen Fällen auch als psychisches Phänomen erlebt.

In der Medizin gibt es physiologische Phänomene, die man objektiv dokumentieren kann, und solche die man nicht objektiv dokumentieren kann. Zum Beispiel ist der Schlaf ein physiologisches Phänomen das man in einem Schlaflabor durch die Monitorisierung von verschiedenen Parametern dokumentieren und damit in physiologischer Hinsicht messen kann. Man kann durch die Aufzeichnung der Hirnströme die Aktivität des Gehirns im Schlaf dokumentieren und dabei verschiedene Schlafstadien erkennen. Gleichzeitig ist der Schlaf allerdings auch ein psychologisches Phänomen bzw. psychisches Phänomen . Das psychische Phänomen des Schlafes, das zum Teil von der Person im Schlaf bewusst erlebt werden, etwa eine Traumphase bzw. einen Traum kann man allerdings  nicht objektiv dokumentieren, sondern es kann die Person nur im Nachhinein unter Umständen (subjektiv) berichten was sie dabei erlebt hat.

Während man also die einen Parameter objektiv evident erfassen kann, ist dies beim psychischen Phänomen nicht möglich und kann man diese nur subjektiv evident erfassen und mitteilen.

Die Phänomene, die man nur subjektiv erfassen und nur subjektiv bestimmen kann, kann man nur auf der Ebene der Vorstellungen von einander unterscheiden. Man kann z.B. nur subjektiv gültig angeben, ob man geträumt hat oder ob man ein Ohrgeräusch hat (erlebt) oder nicht erlebt. Auch Appetitmangel,  Durst, sexuelle Lust, Antriebslosigkeit usf. kann man nur subjektiv wahrnehmen und nicht objektiv physisch messen, obwohl es sich dabei zweifelsohne auch um physiologische Phänomene und nicht nur um psychische Phänomene handelt insofern das psychisches Phänomen als Folge der neuronalen Funktion im Organismus entsteht.

Man kann also manch ein physiologisches Phänomen messen wenn man dazu einen physischen Parameter kennt den man monitorisieren kann. Andere physiologische Phänomene kann man nicht objektiv monitorisieren und messen. Ein solches Phänomen kann man nur auf der Ebene der Vorstellungen subjektiv gültig erkennen und subjektiv gültig bestimmen. Wenn ein solches Phänomen typisch ist – also typisch als Symptom oder als Phänomen etwa ein Schwankschwindel in Erscheinung tritt – dann wird in der Regel ein solches Phänomen von verschiedenen Personen  gleich erfasst. Wenn hingegen ein solches Phänomen oder Symptom untypisch ist dann wird es oftmals vorkommen, dass ein solches Zeichen unterschiedlich beschrieben wird, etwa ein untypischer Schwindel.

Das  heißt man kann im konkreten Fall bei einem solches Phänomen bzw. bei einem solchen Symptom nicht objektiv feststellen was für ein Phänomen / Symptom vorhanden ist, ob es vorhanden ist oder nicht vorhanden ist und man kann auch nicht objektiv feststellen in welcher Intensität es vorhanden ist.

Man kann daher in der Hals- Nasen-Ohren-Heilkunde, oder in der Neurologie und auch in anderen Fachbereichen der Medizin und den Grundlagenfächern etwa in der Physiologie, nicht auf der Grundlage von physischen Parametern allgemein gültig entscheiden, ob z.B. bei einer Person ein Schwindel oder ein anderes nur subjektiv feststellbares Phänomen bzw. Symptom vorhanden ist.

Je nach den Befunden bzw. je nach dem klinischem Erscheinungsbild wird man das Phänomen verschieden erklären. Bei einem solchen Phänomen bzw. Symptom handelt es sich also um ein Erkenntnisobjekt das nur auf der Ebene der Vorstellungen erkannt und subjektiv gültig bestimmt werden kann.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet handelt es sich bei einem solchen Erkenntnisobjekt um ein Erkenntnisobjekt das nur auf der Ebene der Vorstellungen bzw. auf der Ebene der Ideen auf der Grundlage einer Idee erkannt werden kann und das in der Form  des Begriffs der Idee im Bewusstsein der erkennenden Person erscheint (vgl. mit Kant Zitat 7) (griechisch: phenomenon – das was erscheint, das Erscheinende). Wohingegen ein objektiv bestimmbares Phänomen als physischer Parameter messbar und allgemein gültig bestimmbar ist. (vgl. mit Kant Zitat 7).

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(Beitrag in Arbeit, letztes update 8.6.2013, abgelegt unter Phänomen, Medizin)

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