Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

psychologisches Phänomen

Ein psychologisches Phänomen ist ein Phänomen in Bezug auf die Psyche wie es in der Psychologie untersucht wird.

Dabei gründet sich ein psychologisches Phänomen auf psychische Phänomene.

Besser spricht man jedoch nicht von einem „psychologischen Phänomen“, sondern von einem „psychischen Phänomen“ – das hier aus Sicht der Psychologie als Wissenschaft in der Diagnostik erfasst und in der psychologischen Wissenschaft systematisch untersucht wird.

Man kann die Psyche des Menschen nämlich aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und demgemäß unter verschiedenen Gesichtspunkten nach einem System geordnet diagnostizieren, klassifizieren und in der Wissenschaft systematisch studieren.

Demgemäß kann man in der Psychologie die psychischen Phänomene, etwa das Denken, das Fühlen, das sich Konzentrieren, das Bewusstsein, den Zustand des Wachbewusstseins, den Traum usf. in der psychologischen Wissenschaft systematisch untersuchen und unter verschiedenen Gesichtspunkten studieren. All diese psychischen Phänomene können aus Sicht der Psychologie untersucht werden, insbesondere wenn sie im Rahmen des normalen oder nur leichtgradig gestörten Seelenlebens auftreten.

Zum Beispiel ist die Angst ein psychisches Phänomen das man aus Sicht der Psychologie als Wissenschaft – also psychologisch untersuchen kann. Andererseits kann man das Phänomen Angst insbesondere im Hinblick auf psychische Störungen aus psychiatrischer Sicht, oder aus psychotherapeutischer Sicht, oder soziologisch, oder unter sonst einem Gesichtspunkt bzw. unter einer sonstigen Sichtweise betrachten und studieren kann.

Ein psychisches Phänomen wird immer subjektiv erlebt. Der Begriff eines solchen Phänomens ist ein regulativer Begriff. Einen solchen Begriff kann man nur auf der Ebene der Vorstellungen prüfen und nicht auf der Ebene der „physischen“ Objekte. Das bedeutet ein psychisches Phänomen kann man nicht objektivieren.

Philosophisch betrachtet bzw. erkenntnistheoretisch betrachtet handelt es sich bei einem psychischen Phänomen um ein Phänomen das durch den Begriff einer Idee erkannt wird. Ich erkenne hier die diagnostische Einheit, die eine phänomenologische Einheit ist, durch die systematischen Einheit der Idee (vgl. mit Kant Zitat 7).

Ich kann auch sagen: ich erkenne hier das psychische Phänomen wenn ich die Merkmale der Idee durch das Schema der Idee geistig auffasse (vgl. mit Kant Zitat 7).

Weil der Begriff einer psychologischen Idee nur auf der Ebene der Vorstellungen überprüft werden kann, handelt es sich dabei um eine bloße Idee im Sinne von Immanuel Kant (vgl. mit Kant Zitat 4) und es ist daher der Begriff einer solchen Idee ein regulativer Begriff.

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(letzte Änderung 06.12.2020, abgelegt unter: Phänomen, Philosophie, Psyche, Psychologie)

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