Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

biologisches Phänomen

Ein biologisches Phänomen ist ein Phänomen wie es in der belebten Natur vorkommt.

Es ist ein biologisches Phänomen also ein Phänomen wie es etwa bei Lebewesen in Erscheinung tritt.

Zum Beispiel sind Appetit, Hunger und Durst biologische Phänomene.

Es ist ein biologisches Phänomen also ein Phänomen, wie es in der Biologie infolge von biologischen Vorgängen etwa bei einem Lebewesen in Erscheinung tritt und zur Beobachtung gelangt.

Man kann daher auch sagen: ein biologisches Phänomen ist ein Phänomen das in Folge einer biologischen Ursache in Erscheinung tritt.

Ein solches Phänomen kann z.B. in Folge der Wirkung eines Hormons im Organismus in Erscheinung treten. Oder es kann ein biologisches Phänomen im Rahmen einer Therapie mit einem Pharmakon (Arzneimittel) bei einem Patienten in Erscheinung treten.

Ein biologisches Phänomen kann also mit ein einem physiologischen Phänomen einhergehen und bei einem höheren Lebewesen mit einem psychischen Phänomen oder beim Menschen mit einem geistigen Phänomen.

Wenn man sich nun die Frage stellt, ob man im konkreten Fall im Vorhinein weiß welche Wirkung als Folge der vermeintlichen Ursache in Erscheinung tritt, so kann man zur Kausalität folgendes sagen:

Im Vorhinein kann man nicht wissen was für eine Wirkung die Ursache zur Folge hat ausgenommen man hat gleichartige Vorkommnisse bereits erlebt und weiß aus Erfahrung was die Folge ist.

Es gibt nämlich bei einem biologischen System keine uns Menschen bekannte Relation zwischen der Ursache und der Wirkung, weil hier das Phänomen als Folge eines komplexen biologischen Systems – auch genannt als Folge eines Organismus entsteht. Zwischen der Ursache (auf der einen Seite) und dem Auftreten bzw. dem Erscheinen des Phänomen (auf der anderen Seite) findet nämlich ein Prozess statt, der vom biologischen System abhängt.

Das bedeutet für die Medizin oder für die Psychiatrie, dass die Relation zwischen der Ursache – etwa der therapeutisch wirksamen Substanz – und deren Wirkung von individuellen Voraussetzungen abhängig ist, die im Individuum gelegen sind.

Tatsächlich könnte man nur verlässlich wissen was für eine Wirkung eintritt wenn man die Relation im konkreten Fall genau kennen würde, gerade das ist jedoch nicht der Fall. Daher kann etwa eine gewisse Substanz bei verschiedenen Individuen unterschiedliche Wirkungen hervorrufen.

Man kann also im Vorhinein nicht sicher sein, welche Wirkung z.B. eine gewisse Substanz in einem konkreten Fall zur Folge hat.

Tatsächlich weiß man erst im Nachhinein was der Effekt, was die Wirkung war. Im Vorhinein kann man die Wirkung nicht mit Gewissheit wissen. Das Wissen zur Prognose ist also ungewiss bzw. nur mehr oder weniger gewiss. Man hat diesbezüglich nur relatives Wissen jedoch verlässliches und schon gar nicht und in keinem Fall absolutes Wissen. Man kann auch sagen: man hat darüber auf der Grundlage der klinischen Erfahrung mit anderen Fällen ein gewisses Wissen –  wie es etwa im Rahmen von Studien in der Wissenschaft gewonnen worden ist – dieses Wissen ist im Hinblick auf den konkreten Fall jedoch beschränktes Wissen.

Man hat dazu im Vorhinein lediglich eine Idee – eine Vorstellung – die man auf der Grundlage der klinischen Erfahrung bei anderen Organismen/Lebewesen/Individuen gewonnen hat. Es liegt auf der Hand je einfacher die Lebewesen sind umso ähnlicher werden die Reaktion sein bzw. gleichartige Phänomene auftreten.

Die Idee als solche ist jedoch niemals konstitutiv sondern  nur regulativ. (vgl. mit Kant Zitat 3a)

Daher kann man im Vorhinein nicht wissen was die Wirkung im konkreten Fall sein wird.

Dies gilt im Prinzip für alle biologischen Phänomene und damit auch für jede Substanz, somit auch für eine Substanz die man als „Biosimilar“ bezeichnet. Erst im Nachhinein ist gewiss was die Substanz im konkreten Fall bewirkt, im Vorhinein kann man es nicht wissen. Genau genommen „weiss man nur dass man nicht weiss“ – wie dies bereits Sokrates erkannt hat.

Man täuscht sich also falls man glauben würde, dass man durch statische Studien in der Wissenschaft in Bezug auf solche Sachverhalte objektive Gewissheit erlangen könnte. Objektives Wissen kann man nur erlangen wo die entscheidenden Kriterien allein im Objekt gelegen sind und daher Einstimmung aller Urteile (vgl. mit Kant Zitat 9) gegeben ist. Immer wenn die entscheidenden Kriterien nicht nur vom Objekt, sondern auch vom Subjekt bzw. vom Individuum, oder in der Biologie vom Lebewesen, etwa seiner individuellen Genetik abhängen, kann man im Vorhinein nicht wissen was als biologisches Phänomen geschehen wird.

Weiteres über biologische Phänomene wie sie bei Lebewesen vorkommen:

Man kennt beim Menschen und den Säugetieren die biologischen Phänomene in Bezug auf die Aufnahme und Ausscheidung der Stoffe (Atmung, Stuhlgang, Harnabgang). Des weiteren die Phänomene wie sie im Rahmen des Stoffwechsels auftreten: Erwärmung des Körpers, Schwitzen, beim Menschen etwa das Erröten der Haut deren Abkühlung usf. All diese Vorgänge sind durch die Natur bzw. durch die Biologie des einzelnen Organismus und durch die Situation bestimmt.

In Bezug auf die Entwicklung des Lebewesens kennt man das Wachstum, das Stadium der Reife, die Fortpflanzung, die unterschiedlichen Aktivitäten Funktionen und Funktionsstörungen wie sie bei den unterschiedlichen Organismen auftreten können.

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(letzte Änderung 03.08.2020, abgelegt unter: Biologie, Phänomen, Definition)

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