Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Schlaf

Schlaf ist das natürliche Phänomen das bei höher entwickelten Lebewesen infolge der neuronalen Funktion im Wechsel mit dem Wachsein auftritt.

Bezüglich der Natur des Phänomens Schlaf siehe die Beschreibung von Osho in:  Osho Zitat 11a2.

Durch den Schlaf kommt es zur Änderung des Bewusstseins. bzw. zum Wechsel vom bewussten Erleben zum unbewussten bzw. eingeschränkten Zustand des Bewusstseins. Im Zustand des Wachseins ist die Person sich ihrer selbst voll bewusst, hingegen ist dies im tiefen Schlaf nicht der Fall und in Übergangsstadien nur in eigeschränkter Form.

Biologisch betrachtet ist der Schlaf ein natürliches Phänomen – man kann auch sagen ein biologisches Phänomen das den reset der neuronalen Funktion bewirkt. Weiteres dazu nachfolgend unten im Text.

Psychologisch betrachtet ist der Schlaf ein psychisches Phänomen das im Wechsel mit dem Wachbewusstsein auftritt.

Es  ist der Schlaf nämlich der besondere Zustand der Psyche der als Folge der Ermüdung irgend wann spontan in Erscheinung tritt. Dies geschieht insbesondere falls günstige Umstände für das Schlafen vorhanden sind (Eine Schlafgelegenheit, ein Bett, eine Liege, eine gewisse Ruhe, kein Stress, die Möglichkeit zur Entspannung etc.)

Infolge der Ermüdung kommt es zur Abnahme der Wachheit und damit der  Bewusstheit und es tritt beim Einschlafen ein natürlicher Zustand ein den man in der Psychotherapie als Trance bezeichnet.

Dabei geht das Bewusstssein infolge der psychischen Entspannung beim Einschlafen vom Zustand der Wachheit irgendwann mehr oder weniger plötzlich in den Schlaf über. Es kommt hierbei also zu einem massiv veränderten Zustand der Funktion des Nervensystems, insofern dadurch das Lebewesen sich der Dinge und Vorgänge plötzlich nicht mehr bewusst ist.

Beim Schlaf kommt es infolge der Ermüdung zum Übergang der Psyche in einen anderen Funktionszustand, indem die einschlafende Person sich ihrer selbst und Situation nicht mehr bewusst ist. Dabei tritt das Einschlafen und damit der Schlaf infolge der psychischen Entspannung ein.

Wohingegen der Zustand der Wachheit mit einer gewissen psychischen Anspannung bzw. psychischen Aktivierung verbunden ist, wie diese im Gehirn durch die neuronale Aktivität insbesondere in der Formatio retikularis geleistet wird.

Man kann also sagen, dass der Schlaf ein natürliches Phänomen ist, das im Wechsel mit der Wachheit nach einer Zeit der psychischen Aktivität entsteht.

Somit ist der Schlaf  der gegenteilige Zustand zum Wach-Sein, wobei dieser mit dem Wachbewusstsein einhergeht.

In diesem Sinn pendelt die Psyche im Laufe der Zeit zwischen den Polen der Wachheit und dem Schlaf und man kennt in diesem Sinn die Zwischenstadien die man etwa als Tagtraum, als „geistige Abwesenheit“, als „in eigene Gedanken versunken sein“ etc. bezeichnet – die allesamt solche Zwischenstadien beschreiben.

Aus Sicht der Physiologie und damit aus der Sicht der Funktion des Nervensystems ist der Schlaf ein physiologisches Phänomen das als Folge des Wechsels der neuronalen Aktivität entsteht. Es entspricht der Schlaf also einem anderen Funktionszustand des Nervensystems.

Dabei unterscheidet man elektrophysiologisch betrachtet gewisse unterschiedliche Aktivitätszustände des Nervensystems, wie diese im Rahmen der elektro-physikalischen Messungen im Schlaflabor durch das Monitoring der Gehirnströme (EEG = Elektroenzephalogramm)  feststellbar sind. Es gibt hier also unterschiedliche Stadien des Schlafs und es gibt auch das Übergangsstadium vom Zustand der Wachheit in den Schlaf.

Aus der eigenen Erfahrung weiß man, dass nach einer Zeit des Wachseins das Phänomen der Müdigkeit eintritt, man geht zu Bett oder sucht sonst eine Schlafmöglichkeit. Wenn man eine solche Schlafmöglichkeit gefunden hat und man sich niedergelegt hat dann tritt normalerweise nach kurzer Zeit spontan der Vorgang des Einschlafens und infolge davon der Schlaf ein, außer es besteht eine Schlafstörung.

Es folgt eine erste Phase des Tiefschlafs, die dann in eine Phase eines weniger tiefen bzw. oberflächlichen Schafs übergeht, in der man häufig einen Traum hat. Dann folgt wieder eine Phase des tieferen Schlafs usf. In diesem Sinn verläuft der Vorgang des Schlafes in einem Wechsel zwischen tieferem und oberflächlicherem Schlaf mit unterschiedlicher neuronaler Aktivität im zentralen Nervensystem.

Typischerweise ist die 1. Tiefschlafphase die tiefste Schlafphase und nimmt die Schlaftiefe gegen Ende des Nachtschlafs ab. Dies geht mit der Erfahrung einher, dass man in der zweiten Nachthälfte in der Regel nicht mehr so tief schläft und leichter weckbar ist.

In einer oberflächlichen Schlafphase merkt man z.B. den Harndrang besser  –  man steht auf, geht auf die Toilette und schläft nach der Rückkehr ins Bett in der Regel wiederum ein.

Biologisch betrachtet ist der Schlaf ein ein biologisches Phänomen bei dem ein neuronaler Funktionsablauf prozeßhaft stattfindet. Man kann daher auch sagen im Schlaf läuft ein neuronales Muster mit verschiedenen Phasen ab, und es ist dieser Funktionsablauf von Person zu Person und von Situation zu Situation individuell verschieden. Durch den Schlaf bzw. im Schlaf kommt es zur weiteren Verarbeitung und Integration der Informationen, die man zuvor in der Wachphase aufgenommen hat. Insgesamt kommt es durch das Durchlaufen dieser neuronalen Muster zum Spannungsabbau im Nervensystem – und man kann daher berechtigt von einem biologischen reset sprechen.

Kinder schlafen in der Regel tiefer als Erwachsene bzw. als ältere Personen – Kinder benötigen mehr Schlaf, sie schlafen oftmals durch, was beim älteren Menschen die Ausnahme und nicht die Regel ist.

In diesem Sinn bemerkt man als älterer Mensch, dass sich der Schlaf im Laufe des eigenen Lebens verändert hat.

Der Tiefschlaf ist der erholsamste Schlaf

Man macht die Erfahrung, dass der Tiefschlaf der erholsamste Schlaf ist (vgl. mit Osho Zitat 18). Dies kommt wahrscheinlich daher, weil im tiefen Schlaf das Nervensystem auf einer elementaren Basis funktioniert und daher in dieser Schlafphase unbewusste Gedanken – wie sie etwa im Traum im REM – Schalf vorkommen – den neuronalen Vorgang der Entspannung und Regeneration nicht stören. Andererseits weiss man, dass zur Erholung auch die Stadien des weniger tiefen Schlafs wichtig sind – in diesen Schlafphasen werden wahrscheinlich diverse Informationen prozesshaft verarbeitet und in das Gedächtnis integriert. Diese Schlafphasen werden auch als REM-Schlaf bezeichnet, weil in diesen Schlafphasen in motorischer Hinsicht unwillkürliche Bewegungen auftreten, die insbesondere an den unwillkürlichen Augenbewegungen unter den geschlossenen Augenlidern beobachtet werden können. Daher hat man diese Schlafphase als REM- Schlaf (= rapid eye movement – Schlaf) bezeichnet.

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(letzte Änderung 14.07.2020, abgelegt unter: Biologie, Definition, Medizin, Neurologie, Psyche, Psychiatrie, Psychologie,Schlaf)

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