Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Assoziation

Die Assoziation ist die Verknüpfung.

Der Begriff Assoziation stammt vom lateinischen Wort: associare – verknüpfen, vereinigen, verbinden, vernetzen.

Man nennt diesen subjektiven und empirischen Grund der Reproduktion nach Regeln die Assoziation der Vorstellungen (vgl. mit Kant Zitat 12c), weil durch die Synthese der Zusammenhang nach einer Regel erkannt wird.

Auf diesem Weg bewirkt die Assoziation beim Denken die Verknüpfung der Vorstellungen miteinander. Es folgt kraft der Assoziation also ein Gedanke dem nächsten und bildet dadurch den Gang der Vorstellungen im Bewusstsein der Person.

Kraft der Assoziation kommt es also zum Prozess des sinnvollen Denkens und man kann daher sagen, dass sie eine Leistung der Psyche bzw. des Geistes der Person ist.

Dadurch kann die zutreffende Vorstellung erkannt und durch das eigene Denken der nächste Gedanke bzw. das erlangte persönliche Wissen bestimmt werden.

Auf diesem Weg kann man also die zutreffende Idee entwickeln/erkennen, indem man die Ideen durch das Ponderieren der Ideen miteinander vergleicht und sich letztlich kraft der zutreffenden Assoziation richtig entscheidet.

Man kann auch sagen, dass die Person kraft der angemessenen Assoziationen zur zutreffenden persönlichen Entscheidung gelangt.

Es kommt auf diesem Weg also durch die Assoziation zum persönlichen Urteil.

Selbstverständlich können auch andere Inhalte assoziiert werden und den weiteren Gang der Vorstellungen im Bewusstsein bestimmen.

So kann etwa bestimmter Geruch eine gewisse Vorstellung/ein inneres Bild/eine Empfindung/ ein Gefühl/eine nicht näher beschreibbare Stimmung hervorrufen.

Weil die Assoziation etwas ist das durch unterschiedliche Gegebenheiten/Faktoren/Umstände bedingt sein kann, kann man sagen, dass dies eine dynamische Einheit ist. Selbst ein und die selbe Person kann je nach Sachverhalt und Situation unterschiedliche Inhalte assoziieren. Es können also je nach Einfluss durch die Assoziation unterschiedliche Inhalte aus dem Gedächtnis miteinander verknüpft bzw. assoziiert werden.

Auf diesem Weg können einlangende Information durch die Assoziation z. B. alte Erinnerungen wecken, oder sie können die Fantasie der Person anregen und damit den Geist und die Kreativität beflügeln.

Durch die Assoziation können Inhalte aus dem Bewusstsein mit solchen aus dem Unbewussten verknüpft werden bzw. diese ins Bewusstsein befördern.

Durch die Assoziation kann z. B. ein, für die Person gewohntes Denkmuster durch die momentane Situation ausgelöst in Gang kommen. So kann z. B. durch den Aufenthalt im ungünstigen Milieu das Suchtverlangen durch die Assoziation befördert werden (Weiteres dazu im Beitrag Sucht).

Oftmals entsteht durch die Assoziation ein neuer Gedanke infolge der Erfahrung und Überlegung und es kommt dadurch zur neuen Erkenntnis.

In diesem Sinn kann es infolge der Erinnerung von Inhalten aus dem Gedächtnis und unter dem Einfluss von neuen Informationen zur Assoziation von neuen Ideen durch den kreativen Akt kommen. Dabei können im konkreten Fall die Sinneswahrnehmungen von untergeordneter Bedeutung sein, oder sie dominieren und bestimmen die Assoziation.

Eine Assoziation kann spontan eintreten – also ohne, dass einem bewusst ist warum man den Einfall hat – oder es entsteht die Assoziation durch bewusste vernünftige Überlegung. Im zuerst genannten Fall kann man sagen, dass der Einfall bzw. die Assoziation aus dem Unbewussten ins Bewusstsein eintritt. Im zweit genannten Fall entsteht die Assoziation und damit der Einfall infolge der bewussten Überlegung durch die Auswahl der Vorstellung. Schließlich kann die Assoziation auch als Folge einer inneren Empfindung oder Stimmung und daher infolge anderer Inhalte der Psyche entstehen.

Auf diese Art und Weise funktioniert infolge der Assoziation und des Gedächtnisses unser Denken und auch sonst viele Funktionen des zentralen Nervensystems.

Oder man kann auch sagen, dass es auf diese Art und Weise zur fortlaufenden Entwicklung von Inhalten in unserem Bewusstsein kommt. Dabei spielt sich ein Teil der mentalen Prozesse im Unbewussten ab und es werden dabei unbewusste Inhalte miteinander verknüpft. So kann etwa bei der Motorik aus der momentanen körperlichen Haltung heraus eine Bewegung entstehen und aus dieser eine nächste. Oder es kann aus einer Tonsequenz eine Melodie und damit eine modifizierte Melodie entstehen, falls die Person musikalisch kreativ ist.

Auf diese Art und Weise geht eine bestimmte Aktivität des zentralen Nervensystems durch die Assoziation in eine andere über.

Biologisch betrachtet wird bei der Assoziation auf der Ebene des Nervensystems ein neuronales Muster mit dem nächsten verknüpft. Man kann auch sagen: es findet hier infolge des neuronalen Prozesses ein Übergang von einem neuronalen Muster zum nächsten statt. Es wird also etwa infolge des Erlebens, insbesondere infolge des Denkens und Fühlens aber auch infolge der sinnlichen Wahrnehmung und anderer Informationen ein Übergang von einem neuronalen Muster in ein anderes statt.

Dabei hat das jeweilige Individuum im Laufe seines Lebens diese Abfolge in der neuronalen Aktivität gelernt bzw. ist diese durch die wiederholte Aktivität, somit infolge des Lernens und der Praxis auf  der Grundlage der Neuroplastizitat im Lebewesen entstanden.

Dabei haben ÜbungGewöhnungGewohnheit diesen Prozess befördert. Es kam gleichsam als Folge dieses Geschehens zur Konditionierung. Dies trifft sowohl auf das vorteilhafte wie auch auf das nachteilige Lernen zu (positives Beispiel: vorteilhaftes Lernen einer Fremdsprache in der Schule; negatives Beispiel: negatives Lernen bzw. nachteilige Konditionierung im Rahmen der Sucht bzw. Suchtentwicklung).

Analoges gilt auch in Bezug auf die Entwicklung in die andere Richtung. So zum Beispiel Leben lernen ohne das Suchtmittel oder generell bei der psychischen Dekonditionierung. Immer ist hier die neue/andere Assoziation wesentlich.

In diesem Sinn kann es zur Entwicklung von vorteilhaften oder unvorteilhaften, abnormen und krankheitswertigen neuronalen Mustern kommen, wie dies im Beitrag über der Assoziationsstörung näher erläutert wird.

Psychologisch betrachtet geht eine Vorstellung in eine andere über bzw. es wird eine Vorstellung mit der nächsten gedanklich verbunden. Man sagt daher, dass ein Gedanke einem in den Sinn kommt und diesem folgt der nächste. Auf diese Art und Weise ergeben sich durch die Assoziation die weiteren Vorstellungen. Dadurch erkennt man zum Beispiel den Zusammenhang und den Sinn der Vorstellungen und der Dinge.

Auf diese Art und Weise entsteht eine Vorstellung, also eine Idee, etwa eine Theorie durch die man den Zusammenhang der Dinge verstehen und erklären kann.

Neben der gedanklichen Assoziation kennt man auch die Assoziation, wie sie etwa durch einen Geruch, durch einen Klang, durch ein Geräusch, durch einen optischen Eindruck, durch eine Berührung usf. hervorgerufen werden. Überhaupt kann durch die Assoziation etwas Weiteres entstehen und damit der Person unter Umständen bewusst werden.

Es gibt also nicht nur die verbale Assoziation, sondern auch die nonverbal bedingte Assoziation.

Assoziation im Wachbewusstsein oder willkürliche Assoziation

Eine willkürliche Assoziation – oder man kann auch sagen eine absichtliche Assoziation im Zustand des Wachbewusstseins ist eine Assoziation, bei der durch die Konzentration das Bewusstsein auf etwas ausgerichtet ist. Eine solche Assoziation erfolgt im Stadium der mehr oder weniger vorhandenen Bewusstheit.

Man bemerkt also gewisse Unterschiede bezüglich der Assoziation in Folge der unterschiedlichen Stadien des Bewusstseins.

Demgemäß kann man die Assoziation im Wachbewusstsein von der Assoziation im Tagtraum, in der Trance, im Halbschlaf im Schlaf und in anderen Zuständen des Bewusstseins unterscheiden.

Assoziation im Schlaf

Die Assoziation im Schlaf zeichnet sich dadurch aus, dass sie primär nicht durch äußere Sinneseindrücke beeinflusst ist, sondern wesentlich aus dem „Speicher“, also aus dem Gedächtnis modifiziert wird, man kann sagen, dass sie vom Unbewussten her gebildet wird. Es fehlt im Traum also die Kontrolle an der Realität, wie sie durch das Wachbewusstsein gegeben ist.

Im Halbschlaf bzw. beim Tagträumen – und ähnlich auch in der Trance – befinden wir uns in einem Zwischenstadium. In solchen Zuständen ist die Assoziation weniger durch Sinneseindrücke von außen, sondern mehr durch Eindrücke von innen, also durch das Innenleben, dominiert. Dabei kann, so wie im Traum, die Kontrolle an der Realität mehr oder weniger stark eingeschränkt sein. Man kann auch sagen: in diesem Stadium dominiert das Innenleben gegenüber den äußeren Einflüssen.

Analoges gilt auch für die Meditation bei der die Assoziation  mehr oder weniger stark durch die innere und weniger durch die äußere Wahrnehmung beeinflusst ist – dies allerdings in Abhängigkeit von der Form der meditativen Praxis. Demgemäß ist beim Hata Yoga die volle Bewusstheit uneingeschränkt vorhanden und bestimmt diese auch die Assoziation, was hingegen bei der Meditation im engeren Sinn nicht der Fall, oder jedenfalls nicht in diesem Ausmaß der Fall ist.

Spontane Assoziation

Neben der gerichteten, willentlich intendierten Assoziation  – gibt es auch die spontane, nicht willentlich intendierte Assoziation.

Die spontane Assoziation zeichnet sich dadurch aus, dass man im Vorhinein nicht weiß was einem einfällt. Man blickt gleichsam passiv auf den inneren Bildschirm und beobachtet was geschieht. Es können einem dabei die verschiedensten Einfälle in den Sinn kommen. Es können dies formulierte Gedanken sein, also Sequenzen von Worten in Sätzen, oder es können dies innere Bilder, Töne, Gerüche sein, was auch immer – eben was einem gerade einfällt. Die inneren Eindrücke bzw. die Assoziationen wie sie im Bewusstsein erscheinen, können mehr oder weniger „ausformuliert“ oder unscharf, bruchstückhaft sein. Man kann die Assoziationen dann als Gedankenfetzen oder als unvollständige Assoziationen bezeichnen, die wie unfertige Bilder auf dem Bildschirm des Bewusstseins erscheinen und im nächsten Moment schon wieder verschwinden und in eine andere Assoziationen übergehen. Bei derartiger Assoziation kann man von einer fluktuierenden Assoziation sprechen, die vordergründig nicht durch willentliche Einflüsse bestimmt ist und aus dem Unbewussten heraus dominiert ist, wie dies etwa in der REM – Schlafphase beim Träumen vorkommt oder wie es auch in der Meditation auftritt.

Man kann in einem solchen Fall sagen, dass das Unbewusste bzw. das Vorbewusste entscheidet was einem ins Bewusstsein kommt bzw. „einfällt“.

Man bemerkt, dass die spontane Assoziation vor allem im entspannten Zustand eintritt. Tatsächlich ist die spontane Assoziation für die Entspannung des Nervensystems wesentlich und funktioniert auf dieser Grundlage wesentlich die Erholung im Schlaf, insbesondere im Tiefschlaf aber auch in den weniger tiefen Schlafstadien, die phasenweise als Traum erlebt werden. Demgemäß ist bei der Kreativität die spontane Assoziation wesentlich. (Weiteres dazu in diesem Beitrag)

Auf der Ebene des Nervensystems entspricht dies den Abläufen von neuronalen Mustern, die sich spontan im Nervensystem, primär im Gehirn entwickeln.

Über die Tiefe der spontanen Assoziation

Bezüglich der Tiefe der spontanen Assoziation bemerkt man – wenn man z.B. in der Nacht im Bett liegend erwacht und längere Zeit passiv nach innen gerichtet als „innerer Zeuge“ den Prozess der spontanen Assoziation beobachtet, dass sich dieser vom Gehirn her gesteuert weiter entwickelt. Die spontanen Assoziationen folgen einander in einer Sequenz – ähnlich wie Zwiebelschalen im Kern einer Zwiebel durch das Wachstum entstehen – ohne, dass man wissen könnte was als nächstes entsteht. Man macht die Erfahrung, dass dieser mentale Prozess letztlich gegen ein Ende konvergiert wenn man sich fortlaufend passiv verhält und als der „innere Zeuge“ verweilt. Dieser spontane Vorgang der gegen ein Ende konvergiert ist das was Osho als Meditation bezeichnet (vgl. mit Osho Zitat 13d) – und es ist dies auch das was letztlich zur Erfahrung des Selbst bzw. des wahren Wesens führt (vgl. mit Ramana Maharhi Zitat 5). Ein verwandtes psychisches Phänomen ist auch aus der Psychotherapie bekannt – insbesondere aus der Psychoanalyse und Therapie in Trance bzw. aus der Hypnose – dass im Rahmen der Therapie in Folge der Innenschau die tief liegenden Bewusstseinsinhalte spontan aus dem Unbewussten an die Oberfläche des Bewusstseins kommen – allerdings werden hierbei die Gedankeninhalte und der Gedankenstrom je nach Art der Therapie mehr oder weniger stark beeinflusst.

Über die Richtung der Assoziation

Man macht die Erfahrung dass die Richtung der spontanen Assoziation durch bewusste oder unbewusste Neigungen geleitet ist. Auch das Gegenteil kann der Fall sein. Eine unbewusste Assoziation kann durch eine Abneigung geleitet sein – es fällt einem gerade das ein was man  nicht will oder es kommt zu einer geistigen Blockade – und der intendierte Inhalt – etwa ein Name fällt einem nicht ein (Freud`sche Fehlleistung) oder aber sie drängen sich auf. Solche Assoziationen werden unter Umständen als Zwang erlebt wenn sich die Einfälle dem Bewusstsein ständig aufzwingen. Dies kann im Rahmen des normalen Erlebens vorkommen und es kann ein derartiges psychisches Phänomen – wenn es ein gewisses Ausmaß überschreitet – krankheitswertig werden, wie es bei gewissen psychischen Störungen vorkommt.

Über die Leichtigkeit der Assoziation

Man bemerkt, dass die Dinge und Gedächtnisinhalte unterschiedlich leicht assoziiert werden. Es kann sein, dass die Inhalte einem leicht einfallen, oder dass man diese nur mit Mühe aus dem Gedächtnis hervorholen kann. Dies weist darauf hin, dass die Ausbildung der entsprechenden neuronalen Muster von Randbedingungen abhängig ist. Tatsächlich kann man sich leicht vorstellen, dass begünstigende Momente, etwa latent vorhandene Neigungen oder Vorurteile dazu prädestinieren, dass irgend eine bestimmte Assoziation bevorzugt eintritt. Die Entwicklung der neuronalen Muster in diese oder jene Richtung hängt also von derartigen Randbedingungen ab, die ihrerseits als dynamische Randbedingungen zu verstehen sind. Man kann nämlich z.B. ein Vorurteil das man gehabt hat „überarbeiten“ und zu einer neuen Sichtweise gelangen, oder es können sich sonstige Randbedingungen verändern, etwa weil eine gewisse Zeit vergangen ist und eine Sache nicht mehr so wichtig ist usf. Man erkennt damit, dass sich biologisch betrachtet die neuronalen Muster im Lauf der Zeit ändern und dass sich damit psychologisch betrachtet auch die Tendenz zur Assoziation von diesem und jenem ändert. Auch biologische Faktoren können von Bedeutung für die Assoziation sein. Man denke nur daran was man assoziiert wenn man hungrig oder durstig ist, oder sonstige elementare Bedürfnisse und Tendenzen im Hintergrund wirksam sind, etwa sexuelle Bedürfnisse usf.

Über die Flexibilität der Assoziation

Eine Assoziation kann mehr oder weniger flexibel im Nervensystem zustande kommen. Dabei kann das jüngere Gehirn flexibler reagieren als das ältere. Daher ist die Lernfähigkeit beim Kind und Jugendlichen besser als beim alten Menschen. Allerdings spielen auch das Training und somit die Übung beim Lernen eine wesentliche Rolle.

Über die Störanfälligkeit der Assoziation

Man macht in der Psychiatrie und auch in der Psychologie und ebenso im Alltag die Erfahrung, dass die Flexibilität der Assoziation in eine andere überzugehen – also das Assoziationsvermögen – unter Umständen krankheitsbedingt gestört sein kann. So kennt man etwa bei einer manischen Störung bzw. bei einer Manie das beschleunigte Denken und in diesem Zusammenhang auch das psychopathologische Phänomen das man als Gedankendrängen bezeichnet. Es kann durch die Störung in der Assoziation auch zu Störungen in der Realitätswahrnehmung kommen. Es kommt damit also zu kongnitiven Störungen und unter Umständen zur Störung im Realitätsbezug, die man in gewissen Fällen als paranoide Störung bzw. als Paranoia bezeichnet. Der Psychiater Eugen Bleuler spricht bei der psychischen Störung, die er als Schizophrenie bezeichnet hat, von eigenartigen Störungen in der Assoziation, was von ihm eine sehr treffende psychopathologische Beobachtung war. (vgl. mit Bleuler Zitat 3). In diesem Sinn gibt es in der Psychiatrie bei den verschiedenen psychischen Störungen unterschiedliche Störungen in der Assoziation. Häufig zu beobachten sind die Störungen der Assoziation bei den psychischen Störungen, die als Demenz bezeichnet werden. Es kann aber auch bei der Depression zu massiven Störungen in der Assoziation kommen. In mehr oder weniger starker Ausprägung bemerkt man auch eine Beeinträchtigung der Assoziation bei der Ermüdung und insbesondere beim Zustand den man als Erschöpfung bezeichnet. Und schließlich kennt man auch die Störungen in der Assoziation bei den psychischen Störungen, die früher unter dem Überbegriff der neurotischen Störungen bzw. als Neurose bezeichnet worden sind.

Akzeptanz der Assoziation

Man bemerkt, dass man geneigt ist gewisse Assoziationen gerne zu akzeptieren und dass dies bei anderen weniger der Fall ist. Dies gilt in psychologischer Hinsicht und auch in Bezug auf körperliche Wahrnehmungen und Empfindungen, insbesondere in Bezug auf unangenehme Empfindungen wie etwa Schmerzen. Man ist also unter Umständen geneigt gewisse Assoziationen nicht wahrhaben und akzeptieren zu wollen, wohingegen man andere geradezu fördern und bestärken will. Gerade die Abwehr und die Verdrängung von gewissen Assoziationen kann aber zum Problem werden. Man verpasst dabei gewisse Dinge, die man aus den Einfällen und Wahrnehmungen hätte lernen können und es behindert diese fehlende Offenheit somit in jeglicher Hinsicht die positive persönliche Entwicklung.

Lernen aus der Assoziation

Zweifelsohne lernt man aus den Einfällen und damit aus den Assoziationen. Dies ist in psychologischer Hinsicht von großer Bedeutung und auch in körperlicher bzw. in biologischer Hinsicht. Man verpasst also die adäquate Anpassung an die Realität, es unterbleibt das Lernen aus dem Leben und der Lebenserfahrung wenn man die Assoziationen nicht akzeptiert oder die Einfälle durch psychotrope Substanzen, etwa durch Alkohol, durch Zigarettenrauch oder durch sonstige Mittel etwa Drogen abschwächt und unterdrückt und nicht in dieser Hinsicht offen ist, um aus den Erfahrungen zu lernen.

Assoziation in Folge der Konstitution und sonstiger Faktoren

Zweifelsohne spielt die Konstitution, die genetische Anlage und damit die Ausbildung des Nervensystems – man kann auch sagen die Vernetzung des Nervenzellen in Folge der Erbanlage – eine wesentliche Rolle. Daneben sind allerdings auch die persönliche Entwicklung, der Stand des allgemeinen Wissens, und der Stand des persönlichen Wissen und der persönlichen Ausformung in jeglicher Hinsicht von wesentlicher Bedeutung. Man erkennt damit die Bedeutung der freien Wahl, der Entscheidung und damit die persönliche Verantwortung, die der Person erwächst bzw. gegeben und aufgeben ist, etwas zu tun oder zu unterlassen bzw. inwiefern dies vorweg die Assoziation beeinflusst und hängt all dies also nicht nur vom Schicksal ab. Schließlich gibt es auch sonst noch die verschiedensten Faktoren die die Assoziation beeinflussen. Man denke an die persönliche Tagesverfassung, die Mode, den Zeitgeist, die kulturellen Einflüsse, die Idole und Ideale, das Klima, die Temperatur, die Umgebung usf. die die Assoziation in diese oder jene Richtung beeinflussen.

Man erkennt damit, dass die Assoziation von den verschiedensten Voraussetzungen und Faktoren abhängig ist und sie sich demgemäß im konkreten Fall in der konkreten Situation in einer bestimmten Person in diese oder in jene Richtung entwickelt.

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Assoziation und Krankheit

Es ist bekannt, dass in der Depression die betroffene Person alles „schwarz“, alles negativ sieht, wohingegen die manische Person alles für möglich und machbar hält und sie sich dabei und die Möglichkeiten überschätzt. Auch in anderer Hinsicht kann eine psychische oder körperliche gesundheitliche Störung die Assoziation und damit die Psyche beeinflussen. Bekannt ist der Einfluss der Drogen, oder das spontane Auftreten von Assoziationen bzw. Halluzinationen bei gewissen psychischen Störungen, etwa bei der Schizophrenie oder bei einer sonstigen Psychose. Die Assoziation kann also in vielerlei Hinsicht beeinträchtigt und krankheitsbedingt gestört sein. Schließlich kann die Assoziation in Folge der geistigen Behinderung eingeschränkt sein, oder sie kann in Folge eines krankhaften Zustandes des Gehirns massiv eingeschränkt sein, wie dies etwa bei der Demenz oder bei einem organischen Psychosyndrom sonstiger Art der Fall ist.

Theorie zur Assoziation

Man kann in vielen Fällen aus psychologischen Gründen erklären warum es zu dieser oder jener Assoziation kommt. Man kann dazu also eine psychologische Theorie bilden. Bei gewissen psychischen Störungen kann man auch durch biologische Gründen erklären warum es zu gewissen Assoziationen kommt. Man kann z.B. sich bei der Depression biologisch erklären warum es in Folge eines Transmittermangels zum Gedankenkreisen kommt und die Person von gewissen Gedanken nicht loskommt bzw. sie diese nicht loslassen kann. Oder man kann auch bei anderen psychischen Störungen sich biologisch erklären warum es bevorzugt zu dieser oder jener Assoziation kommt, weil in einem gewissen Bereich des Nervensystems in Folge einer funktionellen Störung eine gewisse „Schwachstelle“ befindlich ist und daher bevorzugt immer wieder gewisse Assoziationen bzw. gewisse neuronale Muster entstehen und diese gewisse psychische Phänomene hervorrufen. Man kann auf diese Art und Weise also biologisch erklären warum z.B. die Gabe eines Neuroleptikums bei gewissen psychischen Störungen hilfreich ist, weil dadurch gewisse Rezeptoren blockiert werden und dadurch bedingt das störende psychische Phänomen nicht mehr, oder nicht mehr in diesem Ausmaß auftritt – oder man kann auch sagen, weil dadurch die funktionelle Störung gedämpft wird. Man kann sich also teils psychologisch und teils biologisch die therapeutische Wirkung erklären.

Das Gegenteil von der Assoziation ist die Dissoziation.

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In der Medizin hat man den Zusammenhang von körperlichen Erscheinungen (Phänomenen) mit körperlichen Zeichen bzw. körperlichen Befunden erkannt. Wenn man über das Wissen dieses Zusammenhangs verfügt, dann kann man in der medizinischen Praxis diesen Zusammenhang assoziieren, man kann dann also z.B. den Zusammenhang zwischen den gefundenen Merkmalen und einer medizinischen Diagnose herstellen bzw. assoziieren.

In der Psychiatrie hat man in gleicher Weise den Zusammenhang von psychischen Erscheinungen erkannt. Man hat nämlich den Zusammenhang von psychischen Phänomenen untereinander erkannt. Daher kann man z.B. auch in der Psychiatrie den Zusammenhang von psychischen Phänomenen mit einer psychiatrischen Diagnose assoziieren wenn man einen gewissen psychischen Symptomenkomplex bemerkt.

Analoges gilt auch für die Psychologie und die Psychotherapie.

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(letzte Änderung 31.05.2020, abgelegt unter: Begriff, psychologischer Begriff, Bewusstsein, Definition, denken, Erinnerung, Gedächtnis, Geist, Kreativität, Medizin, Nervensystem, neuronale Muster, philosophische Begriff, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie, Sucht, Wissen)

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