Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

körperliche Krankheit

Eine körperliche Krankheit ist eine Krankheit die primär den Körper betrifft.

Demgemäß manifestiert sich eine körperliche Krankheit durch körperliche Zeichen.

Bei den körperlichen Krankheiten bzw. bei den körperlichen gesundheitlichen Störungen kann man objektiv bestimmbare von nicht objektiv bestimmbaren unterscheiden.

Im Gegensatz zur gesundheitlichen Störung bei der primär der Körper betroffen ist kennt man die krankheitswertigen psychischen Störungen bei denen primär die Psyche betroffen ist.

Objektiv bestimmbare körperliche Krankheiten

Bei den objektiv bestimmbaren körperlichen Krankheiten bzw. Krankheitszuständen findet man:

Erstens körperliche Krankheiten bzw. gesundheitliche Störungen, die auf der Grundlage von primär objektiv gültig bestimmbaren Zeichen, also auf der Grundlage von objektiven Befunden allgemein gültig bestimmt werden können (z.B. ein Knochenbruch der durch den Röntgenbefund bestimmt wird, oder ein Herzinfarkt der durch den Enzymbefund bestimmt wird). (Weiteres dazu siehe Poster 4, Empiricism in Psychiatry versus Empiricism in Medicine, –> Simple ideas come directly from sensuous impressions.)

Zweitens körperliche Krankheiten bzw. gesundheitliche Störungen, die auf der Grundlage von sekundär gefundenen Zeichen allgemein anerkannt diagnostiziert und erklärt werden, falls der Befund eindeutig ist. Zum Beispiel wenn man bei einer Halbseitenlähmung einen objektiven Befund findet (z.B. ein infarziertes Gehirnareal, Infarktareal im bildgebenden Befund als körperliche Ursache der neurologischen Störung eindeutig nachweisbar – es kann in diesem Fall die Lähmung also unzweifelhaft durch diese Kausalität erklärt werden). Wenn man keine eindeutigen Zeichen findet, dann kann man z.B. die Halbseitensymptomatik nicht allgemein anerkannt erklären.

Wenn man bei einem Anfallsgeschehen typische Zeichen findet und / oder in der EEG Untersuchung entsprechende EEG Zeichen nachweisbar sind, dann kann man diesen Krankheitszustand körperlich allgemein anerkannt erklären. Falls keine typischen Krampfzeichen sichtbar sind (z.B. kein Zungenbiss usf.) und auch in der EEG Untersuchung keine Krampfzeichen sichtbar sind, dann kann man das Anfallsgeschehen nicht allgemein anerkannt erklären.

Wenn man für die körperliche Auffälligkeit keine körperlich, physisch nachweisbare Ursache findet durch die man das klinische Erscheinungsbild unzweifelhaft erklären kann, so kann man diesen Krankheitszuständ nicht körperlich allgemein anerkannt erklären (z.B. bei einer simulierten Lähmung, oder bei einem sogenannt funktionellen Anfallsgeschehen). Es gibt allerdings in der Medizin funktionelle Störungen, die sehr wohl durch eine körperliche Ursache bedingt sind wenn gleich nachfolgend an die vorübergehende gesundheitliche Störung keine körperlich fassbare Ursache aufgezeigt werden kann (Beispiel: zerebraler Krampfanfall mit negativem EEG Befund (Elektroenzephalogramm) im Nachhinein). Daneben gibt es auch funktionelle Störungen bei denen bei genauer Abklärung gewisse körperliche Zeichen unter Umständen aufzeigbar sind (Beispiel: vorübergehendes neurologisches Phänomen im Zusammenhang einer Arteriosklerose und passageren Herzkreislauf-Funktionsstörung im Sinn eines Vorboten für einen drohenden zerebralen Infarkt)

Man kann eine körperliche Störung also nur dann objektiv gültig und somit allgemein gültig feststellen und erklären, wenn man entsprechende körperliche Befunde im Sinn von physischen Befunden findet, die objektiv feststellbar sind.

(Weiteres dazu siehe Poster 4, Empiricism in Psychiatry versus Empiricism in Medicine, –> Some complex ideas do not develop directly through sensuous impressions, but though sensuous impressions and reasoning, … If a hypothetic idea assumed in a diagnostic process can be proven right or wrong on a physical basis, this becomes objective knowledge.)

Nicht objektiv bestimmbare körperliche Krankheiten (gesundheitliche Störungen)

Neben den objektiv bestimmbaren körperlichen Krankheiten (gesundheitlichen Störungen) gibt es solche, die prinzipiell nur subjektiv gültig bestimmbar sind, weil sie sich auf nicht-objektivierbare Zeichen gründen.  Dies sind die körperlichen Störungen, die auf der Grundlage von Symptomen und auf der Grundlage von nicht-objektivierbaren Phänomenen diagnostiziert werden. Man kann eine solche gesundheitliche Störung als funktionelle Störung im engeren Sinn bezeichnen und demgemäß von einer syndromale Diagnose im engeren Sinn sprechen. Beispiele dafür sind die medizinischen Diagnosen: Vegetative Dystonie, Fibromyalgie, Spannungskopfschmerz, funktionelle Herzschmerzen usf. Diese medizinischen Diagnosen werden letztlich gestellt, wenn  körperlich fassbare Ursachen ausgeschlossen worden sind.

(Weiteres dazu siehe Poster 4, Empiricism in Psychiatry versus Empiricism in Medicine, –> Some complex ideas do not develop directly through sensuous impressions, but though sensuous impressions and reasoning … If a hypothetic idea assumed in a diagnostic process cannot be proven right or wrong on a physical basis, this is subjective knowledge. Such an idea is a regulatve idea and, at the same time, a mere idea.)

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(letzte Änderung 01.05.2017, abgelegt unter: Definition, Diagnostik, Krankheit / gesundheitliche Störung, Medizinische Diagnostik, medizinische Diagnose)

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