Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Verstand

Der Verstand ist das Vermögen die Erkenntnisobjekte in ihrem Zusammenhang richtig/zutreffend zu erkennen und diesen dadurch zu verstehen (vgl. mit  Kant Zitat 12a).

Auf dieser Grundlage kann man den Zusammenhang rational begründet erklären.

Man sagt daher zum Beispiel:

Durch den Verstand erkennen wir den Zusammenhang der Dinge oder der Erscheinungen (Phänomene) gemäß einer Regel (vgl. mit  Kant Zitat 12a).

Oder man sagt: durch den Verstand und kraft der Vernunft bzw. durch den Verstand und die vernünftige Überlegung erkennen wir den zutreffenden Zusammenhang der Glieder eines Ganzen oder die besten Argumente bzw. die beste Argumentation durch unser Denkvermögen.

Es wird die logische Argumentation also durch den Verstand und die Vernunft bzw. auf Grundlage der Urteilskraft (der Person) erkannt.

Man kann auch sagen:

Durch das Denken erkennen wir den Zusammenhang der Dinge und / oder den der Erscheinungen (Phänomene) oder der Argumente durch den Verstand (vgl. mit  Kant Zitat 12a) und falls unterschiedliche Argumentationen vorliegen durch die Vernunft die plausibelste und damit die treffendste Argumentation.

Der Verstand ist also die Fähigkeit durch das Denken und Überlegen den Zusammenhang geistig aufzufassen und zu erkennen (vgl. mit  Kant Zitat 12a) und durch die Vernunft kann die erkennende bzw. die urteilende Person die bestmögliche Lösung / das bestmögliche Urteil / die bestmögliche Entscheidung / die bestmögliche Wahl finden bzw. treffen.

Es ermöglicht der Verstand also die angemessene Sichtweise.

Durch den Verstand und die vernünftige Überlegung können wir den Zusammenhang richtig erkennen und (geistig) begreifen (vgl. mit  Kant Zitat 12a).

Dabei ist der Verstand eine Funktion bzw. eine Leistung der Psyche –  oder man kann auch sagen eine Leistung Geistes der Person.

Aus der Umgangsprache ist der Begriff des Hausverstandes bekannt.

Dabei unterscheidet man den Begriff des Verstandes von dem der Vernunft.

Der Verstand der Person führt zu ihrem persönlichen Verständnis bzw. zu ihrer persönlichen Sichtweise und damit zu ihrer Meinung oder ihrem Glauben.

Der Verstand ist einer Person mehr oder weniger zu eigen. Durch die Übung und das Durchdenken der Beispiele kann allerdings das Urteilsvermögen und damit der Verstand in einem gewissen Umfang geschult und entwickelt werden (vgl. mit Kant Zitat 12).

Biologisch betrachtet ist der Verstand eine Leistung des Nervensystems in Verbindung mit den Sinnesorganen, insofern durch die sinnliche Wahrnehmung und durch das Denken bzw. auch durch die Inhalte, wie sie aus dem Gedächtnis hervorgeholt werden neuronale Muster entstehen. Man kann auch sagen: es kommt hier infolge der neuronalen Funktion zur Analyse (vgl. mit Pawlow Zitat) und Synthese von Inhalten und letztlich durch den mentalen Prozess zum Ergebnis, nämlich zu gewissen neuronalen Mustern, die auf der Ebene der Psyche dem Verständnis entsprechen.

Diskussion der Verwendung des Verstandes in verschiedenen Bereichen:

In der Medizin versteht man auf der Grundlage des Verstandes den Zusammenhang der Dinge und man gelangt damit z.B. ausgehend von spezifischen Zeichen bei einer gesundheitlichen Störung zu einer medizinischen Diagnose.

In der Psychiatrie versteht man auf der Grundlage des Verstandes den Zusammenhang der krankheitswertigen psychischen Erscheinungen und man gelangt damit z.B. zu einem psychopathologischen Phänomene bzw. zu sonst einem psychischen Phänomen oder zu einem psychischen Symptom, und in weiterer Folge gelangt man unter Umständen auf der Grundlage von charakteristischen Symptome und Phänomene zu einem ganzen Symptomenkomplex, einer psychischen Störung und damit zur psychiatrischen Diagnose.

In der Psychotherapie versteht man auf der Grundlage des Verstandes durch eine Theorie den Zusammenhang von psychischen Phänomenen in einem konkreten Fall – und kann man dadurch den Zusammenhang der psychischen Phänomene verstehen und erklären.

In der Psychologie kann man – analog wie bezüglich der Psychiatrie aufgezeigt – durch den Verstand den Zusammenhang der verschiedenen psychischen Phänomene im Rahmen des normalen Erlebens verstehen und erklären.

Im Gegensatz zum Verstandist die Vernunft das Vermögen der Einheit der Verstandesregeln unter Prinzipien.“ (vgl. mit Kant Zitat 25)

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(letzte Änderung 18.09.2019, abgelegt unter denken, Medizinische Diagnostik, philosophische Begriffe, Philosophie, Psyche, Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie, Vernunft, Verstehen)

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