Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

medizinischer Befund

Ein medizinischer Befund ist ein Befund wie er in der Medizin erhoben wird.

Es ist ein medizinischer Befund also ein Befund wie er zum Beispiel bei einer medizinischen Untersuchung festgestellt wird.

Man kann auch sagen der medizinische Befund ist der Befund, wie er im Rahmen der medizinischen Untersuchung „gefunden“ wird.

Dabei kann ein medizinischer Befund ein Befund sein der sich auf körperliche Fakten gründet. Oder es kann ein medizinischer Befund ein Befund sein, der sich auf Symptome des Körpers und auf Phänomene des Körpers bezieht, die nicht physisch (physikalisch) gemessen werden können.

Es kann also ein medizinischer Befund unterschiedliche Zeichen einer Krankheit oder gesundheitlichen Störung aufzeigen, die entweder „physisch“ objektiv gültig nachgewiesen werden können, oder aber es können diese nur durch den Begriff der Idee erkannt werden, indem ich die Merkmale dieser Idee durch das Schema der Idee geistig auffasse (vgl. mit Kant Zitat 7).

In diesem Fall ist die Einheit bzw. die Entität eine systematische Einheit und ich kann diese Einheit nur subjektiv gültig in Bezug auf einen definierten Typus erkennen, wohingegen ich im zuerst genannten Fall die Einheit bzw. die Entität als zu einer Gattung gehörig objektiv gültig und damit allgemein gültig bestimmen kann.

In diesem Sinn kann ich zum Beispiel die Symptome und die nicht-objektivierbaren Phänomene einer gesundheitlichen Störung (Krankheit), die nicht „physisch“ aufgezeigt (demonstriert) und allgemein gültig nachgewiesen werden kann, nur subjektiv gültig diagnostizieren.

Ein medizinischer Befund der objektiv aufzeigbare Ergebnisse liefert, ist ein objektiver Befund, oder man kann auch sagen ein physischer Befund.

Ein medizinischer Befund der nur zu subjektiv erkennbare Merkmale aufzeigt, ist ein subjektiver Befund. Ein subjektiver Befund gründet sich auf Merkmale, die nur auf der Ebene des Bewusstseins bzw. die nur auf der Ebene der Vorstellungen, also nur auf der Ebene der Ideen erkannt werden, wohingegen ein objektiver Befund sich auf Merkmale gründet, die demonstriert werden können (vgl. mit Kant Zitat 7).

In diesem Fall ist also eine allgemein gültiger Beweis möglich. Ich kann auch sagen: es gibt hier objektive Evidenz – die Demonstration des Beweises ist möglich. Wohingegen im anderen Fall, wenn die Merkmale der Krankheit bzw. der gesundheitlichen Störung nur subjektiv erkennbar sind, es sich um subjektive Evidenz handelt.

Zum Beispiel sind die Symptome und Phänomene, wie sie im Rahmen der Feststellung der Diagnose „Migräne“ erhoben werden Befunde, die nur subjektiv und nicht objektiv gewiss festgestellt werden.

Im Gegensatz dazu sind Laborbefunde, Röntgenbefunde, also bildgebende Befunde Ultraschallbefunde etc. in der Regel und auch EEG-Befunde etc. falls der Sachverhalt deutlich ausgeprägt ist, objektive Befunde.

Demgemäß sind gewisse Befunde in der Inneren Medizin objektive Befunde wohingegen andere nur subjektive Befunde sind.

In der Neurologie kann ein neurologischer Befund ein objektiver Befund sein, in anderen Fällen ist es ein subjektiver Befund.

In der Psychiatrie ist ein psychischer Befund bzw. ein psychiatrischer Befund immer ein subjektiver Befund, weil er sich auf psychische Phänomene gründet, die ihrerseits immer nur subjektiv gültig erkennbar sind.

In der Dermatologie kann ein dermatologischer Befund ein objektiver Befund oder ein subjektiver Befund sein, je nachdem der Befund eindeutig durch Fakten bewiesen werden kann.

Ein internistischer  Befund besteht aus dem Befund der körperlichen Untersuchung, dem physikalischen Befund, dieser wiederum aus dem Auskultationsbefund des Herzens, der Lunge, dem Perkussionsbefund des Brustkorbes, dem Palpationsbefund des Abdomens usf.

Ein neurologischer Befund besteht ebenfalls aus der körperlichen, klinischen Untersuchung, der Beobachtung und Beurteilung der Bewegungsmuster, dem Reflexstatus, der Beurteilung der Kraft, der Sensibilität, der Bewegungsfunktionen usf.

Ein solcher Befund liefert unter Umständen Krankheitszeichen, die sich entweder direkt oder indirekt auf den Körper beziehen, oder aber es handelt sich um Krankheitszeichen bzw. sind es die Zeichen einer gesundheitlichen Störung, die keinen direkten Bezug zu einem körperlichen Objekt bzw. einem bestimmten Teil des Körpers haben. Zum Beispiel sind Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen und andere Symptome bzw. Phänomene Zeichen, die sich nicht direkt auf ein körperliches Objekt bzw. einen Teil des Körpers beziehen. Man kann auch sagen: solche Zeichen können in der Regel nicht einem körperlichen Objekt zu geordnet werden.

Man spricht in der Medizin oftmals von einem Befund und weiteren Zusatzbefunden, die den klinischen Befund ergänzen. Zum Beispiel sind die Röntgenbefunde, Ultraschallbefunde, Laborbefunde usw. sogenannte Zusatzbefunde, die das Ergebnis der klinischen Untersuchung und den physikalischen Befundes stützen oder widerlegen können.

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(letzte Änderung 05.02.2020, abgelegt unter: Befund, Definition, Diagnostik, Medizin, medizinische Diagnostik, Psychiatrie)

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