Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

Denken – Einleitung

Dezember 28th, 2008

Das Denken erfolgt in Begriffen, in Worten. Wir können über Informationen sprachlich nur denken, wenn wir die Informationen in Begriffen denken. Wir müssen die Informationsinhalte“, also in „Begriffe“ „abpacken“, damit sie „denkbar“ werden. Erst dann können wir über diese Denkinhalte, über diese Denkobjekte nachdenken und mit ihnen Überlegungen anstellen. Betrachtet man die „Gegenstände“ unseres Denkens, so bemerkt man, dass ein […]

Sprache / Wort / Begriff / Idee

Dezember 26th, 2008

Menschliche Gehirne sind fähig aus Informationen integrativ Begriffe zu bilden. Daher haben Menschen Sprachen entwickelt und können Menschen in einer Sprache Informationen untereinander austauschen. Wenn man verschiedene Sprachen miteinander vergleicht, so bemerkt man, dass es zum Teil begriffliche Übereinstimmungen gibt und, dass zum Teil die Begriffsinhalte in verschiedenen Sprachen nicht deckungsgleich sind. Auch bezüglich der Sprachregeln gibt es […]

psychopathologisches Phänomen

Dezember 26th, 2008

Ein psychopathologisches Phänomen ist ein krankheitswertiges psychisches Phänomen, wie es bei einer psychischen Störung vorkommt. Es ist ein psychopathologisches Phänomen also ein Merkmal einer krankheitswertigen Störung der Psyche, wie es in der Form eines psychischen Symptoms oder in der Form eines krankheitswertigen psychischen Phänomens von einer Fachperson in der Psychiatrie festgestellt wird. Damit wird deutlich dass ein […]

Medizinische Diagnosen sind Einheiten um Krankheiten oder gesundheitliche Störungen unter den Begriffen dieser Einheiten aufzufassen. Man kann auch sagen: Medizinische Diagnosen sind Bezeichnungen um die Merkmale der Krankheiten bzw. die Merkmale der gesundheitlichen Störungen unter den Begriffen dieser medizinischen Einheiten aufzufassen. Es ist nützlich wenn man als Arzt bzw. Untersucher sich dessen bewusst ist, dass primär die Natur mit den mannigfaltigen Krankheitserscheinungen vorhanden war und […]

psychiatrische Diagnose

Dezember 13th, 2008

Eine psychiatrische Diagnose ist eine Diagnose die eine psychische Störung  erfasst. Dabei wird in der Psychiatrie die psychiatrische Diagnose von der Fachperson – also von einem Psychiater/ einer Psychiaterin – durch den psychischen Symptomenkomplex und dessen Verlauf in der psychiatrischen Diagnostik  erkannt und bestimmt. Es ist die psychiatrische Diagnose nämlich eine Diagnose die durch das […]

funktionelle Diagnose

Dezember 13th, 2008

Eine funktionelle Diagnose ist eine Diagnose, die eine funktionelle Störung erfasst. Es ist eine funktionelle Diagnose also eine Diagnose, die eine funktionelle Einheit erfasst. Somit kann man auch sagen, dass eine funktionelle Diagnose eine Diagnose ist, die einen gewissen Symptomenkomplex erfasst. Man stellt sich also vor, dass es eine zu Grunde liegende Einheit im Sinn einer Natureinheit oder im […]

medizinische Diagnose

Dezember 13th, 2008

Eine medizinische Diagnose ist eine Diagnose durch die in der Medizin eine gesundheitliche Störung (Krankheit) des Körpers erfasst wird. Hingegen wird in der Psychiatrie durch eine psychiatrische Diagnose eine krankheitswertige (gesundheitliche) Störung der Psyche, nämlich eine psychische Störung  erfasst. Man kann auch sagen: eine medizinische Diagnose ist eine Diagnose, durch die eine Krankheit des Körpers, also eine körperliche Krankheit in der Medizin in der Diagnostik […]

In der Medizin und in der Psychiatrie bezeichnet das Wort Diagnose einen Begriff unter dem eine gesundheitliche Störung (Krankheit) aufgefasst wird. Eine medizinische Diagnose steht also für eine körperliche Krankheit (gesundheitliche Störung), die unter diesem Begriff aufgefasst wird. Eine psychiatrische Diagnose steht für eine psychische Störung,  die unter diesem Begriff aufgefasst wird. Dabei sollte man folgendes bedenken: Die Realität kann […]

Psychiatrische Begriffe stehen in Relationen zueinander und definieren sich dadurch gegenseitig. In der Psychiatrie tätige Personen lernen diese Begriffe und das Begriffsverständnis somit die Begriffsinhalte und deren Relation zueinander im Laufe ihrer Ausbildung und klinischen Tätigkeit kennen. Damit ist es ihnen möglich klinische psychische Erscheinungen durch diese Begriffe zu erfassen bzw. aufzufassen. Daher können in der Psychiatrie klinisch […]

  In diesem Beitrag wird der Erkenntnisgang beim medizinischen Diagnostizieren einer somatischen Störung (Krankheit) am Beispiel des Verdachtes auf eine Pneumonie (Lungenentzündung) dargestellt.   Auf der nachfolgenden Bildsequenz wird dargestellt, wie ein Junge dem Arzt über seinen Husten, die Schmerzen auf der linken Brustseite und die Schwäche berichtet. Diese Beschwerden hätten sich im Laufe der letzten Tage zunehmend entwickelt. * * […]

bloße Idee

Dezember 10th, 2008

Eine bloße Idee im Sinne von Immanuel Kant ist eine Idee, die nicht auf der Ebene der Objekte überprüft werden kann. Dabei wird die bloße Idee durch eine nur problematisch zum Grund gelegte Einheit (vgl. mit Kant Zitat 8) erkannt, die in der Form des Begriffs der Idee als systematische Einheit im Bewusstsein der erkennenden Person erscheint (vgl. mit Kant […]

Der Psychiater Eugen Bleuler war Chefarzt der psychiatrischen Klinik „Burghölzli“ in Zürich. Damit überblickte Bleuler eine große Anzahl von Patienten und gelangte er auf der Grundlage seiner Beobachtungen (vergleiche mit dem Griesinger Zitat: „… der Übereinstimmung sehr vieler Fälle in gewissen charakterischen Merkmalen“) zur hypothetischen Annahme, dass es unter den vorkommenden psychischen Krankheitszuständen eine eigenständige Einheit […]

Psychiatrische Kategorien (wie sie z.B. in der ICD Klassifikation vorkommen) sind nach Kant`scher Terminologie regulative Begriffe. Die Bezeichnung regulativ ist insofern treffend weil sich solche Begriffe gegenseitig „regeln“. Der Internist, Nervenarzt und spätere Klinikleiter Wilhelm Griesinger war sich der Beschränktheit der Erkenntnisse bewusst die mit Hilfe von solchen Begriffen bzw. mit sochen Einheiten gewonnen werden können wenn […]

Bleuler Zitat

Dezember 1st, 2008

Der Psychiater und Sohn von Eugen Bleuler Manfred Bleuler schreibt im „Lehrbuch der Psychiatrie“ auf Seite 391 wie folgt: (Buchnachweis siehe unten): “ Aus diesem Grunde erwies sich die ursprüngliche Beschreibung „Dementia praecox“ als unhaltbar. E. Bleuler hat sie 1911 durch diejenige der Schizophrenie (=Spaltungsirresein) ersetzt, weil ihm die elementarsten Störungen in einer mangelhaften Einheit, […]

Griesinger Zitat

Dezember 1st, 2008

Der Internist und Nervenarzt Wilhelm Griesinger (*1817-1868) hat im Jahr 1845 die erste systematische Nosologie der Psychischen Krankheiten: “nach der Art und Weise der psychischen Anomalie” in seinem Buch: “Pathologie und Therapie der Psychischen Krankheiten” veröffentlicht. Nachfolgend finden Sie ein Zitat aus der 2. Ausgabe dieses Buches: Wilhelm Griesinger schreibt auf Seite 211: ( 2. Aufl., Berlin 1867, […]

Menschliches Erkennen:           „So fängt denn alle menschliche Erkenntnis mit Anschauungen an, geht von da zu Begriffen, und endigt mit Ideen.“ (Ende des Zitats)   Zitat aus Band IV, Gesammelte Werke, Immanuel Kant: “Kritik der reinen Vernunft” (Transzendentale Dialektik, Von der Endabsicht der natürlichen Dialektik), Seite 604) suhrkamp Taschenbuchausgabe, herausgegeben von Wilhelm Weischedel, 1. Auflage […]

“ So fängt denn alle menschliche Erkenntnis mit Anschauungen an geht von da zu Begriffen, und endigt mit Ideen. Ob sie zwar in Ansehung aller drei Elemente Erkenntnisquellen a priori hat, die beim ersten Anblicke die Grenzen aller Erfahrung zu verschmähen scheinen, so überzeugt doch eine vollendete Kritik, daß alle Vernunft im spekulativen Gebrauch mit diesen […]

Grenzen der Erkenntnis:                   „So enthält die reine Vernunft, die uns anfangs nichts Geringeres, als Erweiterung der Kenntnisse über alle Grenzen der Erfahrung zu versprechen schiene, wenn wir sie recht verstehen, nichts als regulative Prinzipien, die zwar größere Einheit gebieten als der empirische Verstandesgebrauch erreichen kann, aber eben dadurch, daß sie das Ziel der Annäherung desselben […]

“Aus einer solchen psychologischen Idee kann nun nichts anderes als Vorteil entspringen, wenn man sich nur hütet, sie für etwas mehr als bloße Idee, d.i. bloß relativistisch auf den systematischen Vernunftgebrauch in Ansehung der Erscheinungen unserer Seele, gelten zu lassen. Denn da mengen sich keine Gesetze körperlicher Erscheinungen, die ganz von anderer Art sind, in […]

           „Der hypothetische Gebrauch der Vernunft aus zum Grunde gelegten Ideen, als problematischer Begriffe, ist eigentlich nicht konstitutiv, nämlich nicht so beschaffen, daß dadurch, wenn man nach aller Strenge urteilen will, die Wahrheit der allgemeinen Regel, die als Hypothese angenommen worden, folge; denn wie will man alle mögliche Folgen wissen, die, indem sie aus […]

“ Empirische Urteile, so fern sie objektive Gültigkeit haben, sind Erfahrungsurteile, die aber, so nur subjektiv gültig sind, nenne ich bloße Wahrnehmungsurteile. Die letzteren bedürfen keines reinen Verstandesbegriffs, sondern nur der logischen Verknüpfung der Wahrnehmungen in einem denkenden Subjekt. Die erstern aber erfordern jederzeit über die Vorstellungen der sinnlichen Anschauung, noch besondere im  Verstande ursprünglich erzeugte […]

         “ Es ist ein großer Unterschied, ob etwas meiner Vernunft, als ein Gegenstand schlechthin, oder nur als ein Gegenstand in der Idee gegeben wird. In dem ersteren Falle gehen meine Begriffe dahin, den Gegenstand zu bestimmen; im zweiten ist es wirklich nur ein Schema, dem direkt kein Gegenstand auch nicht einmal hypothetisch zugegeben wird, sondern […]

          “ Die Vernunft kann aber diese systematische Einheit nicht anders denken, als daß sie ihrer Idee zugleich einen Gegenstand gibt, der aber durch keine Erfahrung gegeben werden kann; denn Erfahrung gibt niemals ein Beispiel vollkommener systematischer Einheit. Dieses Vernunftwesen (ens rationis ratiocinatae) ist nun zwar eine bloße Idee, und wird also nicht schlechthin […]

       „Das Führwahrhalten ist eine Begebenheit in unserem Verstande, die auf objektiven Gründen beruhen mag, aber auch subjektive Ursachen im Gemüte dessen, der da urteilt, erfordert. Wenn es für jedermann gültig ist, so fern er nur Vernunft hat, so ist der Grund desselben objektiv hinreichend und das Fürwahrhalten heißt alsdenn Überzeugung. Hat es nur in der […]

In diesem Beitrag wird ein Teil der Vorrede von Immanuel Kant zur ersten Auflage zu seiner Schrift: Kritik der reinen Vernunft wiedergegeben.                                              „VORREDE Die menschliche Vernunft hat das besondere Schicksal in einer Gattung ihrer Erkenntnisse: daß sie durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann, denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, […]

„Beantwortung der Frage was ist Aufklärung? (Berlinische Monatsschrift, Dezember 1784, Seite 481) „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, […]

Wenn der Verstand überhaupt als das Vermögen der Regeln erklärt wird, so ist Urteilskraft das Vermögen, unter Regeln zu subsumieren, d.i. zu unterscheiden, ob etwas unter einer Regel gegeben (casus datae legis) stehe, oder nicht. ……. ….so zeigt sich, dass zwar der Verstand einer Belehrung und Ausrüstung durch Regeln fähig, Urteilskraft aber ein besonderes Talent […]

Kant Zitat 13 – Schema

Dezember 1st, 2008

      „Das Schema ist an sich selbst jederzeit nur ein Produkt der Einbildungskraft  … …. In der Tat liegen unsern reinen sinnlichen Begriffen nicht Bilder der Gegenstände, sondern Schemata zum Grunde. Dem Begriffe von einem Triangel würde gar kein Bild desselben jemals adäquat sein. Denn es würde die Allgemeinheit des Begriffs nicht erreichen, ….. ….. Das […]

Kant Zitat 14 – Begriff

Dezember 1st, 2008

        „In allen Subsumptionen eines Gegenstandes unter einen Begriff muß die Vorstellung des ersteren mit der letzteren gleichartig sein, d.i. der Begriff muß dasjenige enthalten, was in dem darunter subsumierenden Gegenstande vorgestellt wird; denn das bedeutet eben der Ausdruck: ein Gegenstand sei unter einem Begriffe enthalten. …… ….. . Nun sind aber reine Verstandesbegriffe, in Vergleichung mit […]

„Wir können uns keinen Gegenstand denken, ohne durch Kategorien; wir können keinen gedachten Gegenstand erkennen, ohne durch Anschauungen, die jenen Begriffen entsprechen. Nun sind alle unsere Anschauungen sinnlich, und diese Erkenntnis, so fern der Gegenstand derselben gegeben ist, ist empirisch. Empirische Erkenntnis aber ist Erfahrung. Folglich ist uns keine Erkenntnis a priori möglich, als möglich […]

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