Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

körperliche Funktion

Eine körperliche Funktion ist eine Funktion die den Körper betrifft.

In der Heilkunde ist eine körperliche Funktion eine Funktion des sinnlich wahrnehmbaren Organismus.

Es ist eine körperliche Funktion somit eine Funktion, die sich auf der Ebene des Körpers abspielt und daher physisch (sinnlich wahrnehmbar, physiologisch / bildgebend / biochemisch / chemisch / physikalisch/ labordiagnostisch usf.) feststellbar ist, oder die infolge der klinischen Erscheinungen, nämlich infolge der körperlichen Symptome und der körperlichen Phänomene oder in der Form der körperlichen Symptomenkomplexe in der Medizin bzw. in den einzelnen Fachbereichen der Medizin im Rahmen der klinischen Untersuchung, somit in der Chirurgie, in der Inneren Medizin, Orthopädie, Pädiatrie, Augenheilkunde, Gynäkologie, Urologie, Neurologie usf. in der jeweiligen Diagnostik erfasst wird.

Es manifestiert sich die körperliche Funktion nämlich in den verschiedenen körperlichen Vorgängen, etwa in den einzelnen Bewegungen, in der Blutzirkulation, in der Atmung, im Stoffwechsel, in den biochemischen Prozessen im Organismus, in der Immunabwehr, in der Funktion der Hormone mit der Auswirkung auf die einzelnen Zellen und Gewebe usf.

Überhaupt wirkt sich im Körper irgendwie alles auf alles im ganzen Lebewesen mehr oder weniger stark aus.

Dabei kann man in der Diagnostik einzelne physische Parameter messen und physisch begründet erfassen. Man misst etwa bezüglich der körperliche Funktion einzelne Parameter des Stoffwechsels, wie sie im Blut, oder im Harn, oder im Nervenwasser (Liquor zerebrospinalis) oder auf sonstiger Ebene feststellbar sind.

Oder man misst und untersucht als Arzt in Bezug auf die Funktion der einzelnen Organe und Organsysteme sonstige physische Parameter mit physischen Methoden. So etwa in Bezug auf den Bewegungsapparat die Beweglichkeit der Gelenke, die Muskelkraft, die Koordination usf.

Man versteht unter der körperlichen Funktion also die physisch fassbaren und sinnlich wahrnehmbaren Funktionen eines Lebewesens im Zustand der Gesundheit und auch im Zustand der Krankheit bzw. der gesundheitlichen Störung.

Demgemäß kann die körperliche Funktion entweder normal und damit in der Norm bzw. im Normbereich gelegen sein, oder sie kann abnorm / abnormal / pathologisch und damit außerhalb der Norm und dem gemäß krankheitswertig sein.

Es werden demgemäß in der Physiologie und in der Pathophysiologie und dementsprechend in den klinischen Fachbereichen der Medizin die einzelnen körperlichen Funktionen und körperlichen Funktionsstörungen in der klinischen Diagnostik erfasst.

Es können hier also die klinischen Erscheinungen durch physische Methoden zum Teil physiologisch, physikalisch, chemisch, biochemisch, radiologisch somit bildgebend untersucht und gemessen und daher in vielen Fällen objektiv gültig festgestellt werden. Dies bedeutet, dass in diesen Fällen in der Heilkunde eine Objektivierung etwa einer vermuteten körperliche Funktionsstörung möglich ist.

Man erfasst also soweit als möglich die körperliche Funktion also durch physische  Methoden, weil damit eine allgemein gültige Messung und Dokumentation möglich ist.

Demgemäß werden in den einzelnen Disziplinen der Medizin im Sinn der Schulmedizin die einzelnen körperlichen Funktionen auf Basis von physischen Parametern, zum Beispiel in der Labordiagnostik untersucht.

Damit kann festgestellt werden ob die Funktion normal – also im Bereich der Norm gelegen ist, oder ob sie abnormal und damit außerhalb der Norm bzw. pathologisch ist.

Neben den objektiv feststellbaren Parametern gibt es in der Heilkunde viele Größen, die von einer Person, etwa vom Patient oder von einer Fachperson also vom Arzt oder Therapeut nur subjektiv gültig erfasst werden können. Hierbei handelt es sich also um einen subjektiven Befund, wohingegen ein allgemein gültiger Befund ein objektiver Befund ist.

So kann man etwa vom Patient einen Schmerz, eine Appetitstörung, ein Hitzegefühl, ein Kältegefühl oder sonst eine Befindlichkeitsstörung nur subjektiv gültig erfasst bzw. subjektiv gültig (geistig) „gemessen“ oder besser gesagt der Größe nach geistig subjektiv gültig abgeschätzt werden.

Oder es kann eine Muskelverspannung vom Arzt oder Therapeut, etwa vom Physiotherapeut nur subjektiv gültig erfasst werden.

Und man kann vor allem sämtliche psychischen Phänomene etwa eine Angst, eine Beklemmung, das Gefühl der Unsicherheit, mangelnde Zuversicht usf. nicht physisch messen, sondern es kein ein solcher Parameter bzw. eine solche Größe nur jenseits der physis (= Natur) und damit nur meta-physisch „gemessen“ bzw. abgeschätzt werden. Eine solche Größe kann also nur auf der Ebene der Vorstellungen durch den Begriff der Idee (vgl. mit Kant Zitat 7) erfasst werden. Demgemäß wird eine solche Einheit bzw. eine solche diagnostische Einheit durch eine systematische Einheit erfasst, wohingegen eine physische Einheit durch eine faktische Einheit erfassbar ist.

An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass die körperliche Funktion des Organismus allgemein und besonders auch die des Nervensystems, insbesondere die des zentralen Nervensystems für die Psyche elementar ist, weil Störungen der körperlichen Funktion sich mehr oder weniger gravierend immer auch auf das Seelenleben auswirken und unter Umständen zu ausgeprägten psychischen Störungen führen.

Im Übrigen unterscheidet man von der körperlichen Funktion die psychische Funktion und auch die geistige Funktion.

Nachfolgend werden Methoden aufgelistet durch die einzelne normale und abnormale körperliche Funktionen untersucht werden können:

Klinische Untersuchung

etwa Messung des Blutdrucks

Messung: des Pulses, der Herzfrequenz, des Herzrhythmus, Erfassung von Herzrhythmusstörung

klinisches erfassen der Bewegungsfunktionen / Funktionen des Bewegungsapparats, wie er in der der Allgemeinmedizin, in Orthopädie, in Unfallchirurgie, in der Pädiatrie (Kinderheilkunde) usf. untersucht wird

Lungenfunktion – wie sie in der Pulmologie bzw. in der Inneren Medizin untersucht wird

Herz-Kreislauf-Funktion und Funktionsstörungen etwa im Hinblick auf den Blutdruck / Hypertonie / Hypotonie

EKG (Elektrokardiaogramm)

Ergometrie

Magenfunktionsstörungen, Funktionsstörungen des Dünndarms und Dickdarms, wie sie mit Röntgen-Strahlen untersucht werden

Untersuchung der neuronalen Funktion in der Neurologie durch die klinische Untersuchung: Reflexe, Reflexstatus, Sinnesfunktionen, Hirnnervenfunktionen, Sensibilitätstestung, Gleichgewicht, Koordination, usf.

Zusatzuntersuchungen in der Neurologie:

Elektroenzephalogramm (EEG)

Evozierte Potentiale

Elektormyogramm (EMG)

durch bildgebende Methoden die bildgebende Befund liefern

Computertomographie CCT

Magnetresonanztomographie MRT

Funktionelle Magnetresonanztomographie fMRT

Weitere Untersuchungen der körperlichen Funktion im Hinblick auf Funktionsstörungen im Kopf-Halsbereich:

Funktionsuntersuchungen des Hörens in der in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Funktionsuntersuchungen des Sehens in der Augenheilkunde

Sonstige Untersuchungen der körperlichen Funktion im Hinblick auf gesundheitliche Störungen:

Untersuchung der Harnproduktion und Ableitung des Harnes in Urologie

Untersuchungen im Hinblick auf die Blutbildung in der Hämatologie

u.s.f

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(letzte Änderung 26.10.2017, abgelegt unter Definition, Diagnostik, Funktion, Funktionsstörung, Heilkunde, Medizin, Neurologie, Psyche, Psychiatrie, psychische Störung, Psychosomatik, Wissenschaft)

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