Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

ganzheitliches Denken

Ganzheitliches Denken ist ein Denken das das Ganze beachtet und berücksichtigt.

Es ist das ganzheitliche Denken also ein Denken das alle wesentlichen Faktoren einer Ursache oder alle relevanten Fakten eines Sachverhalts oder alle relevanten Argumente in der Argumentation und damit alle relevanten Aspekte in der Überlegung berücksichtigt.

Man kann auch sagen: das ganzheitliche Denken ist ein Denken das unter Beachtung aller relevanten Gesichtspunkte und Gründe die anstehende Entscheidung fällt.

Demgemäß werden beim ganzheitlichen Denken im Urteil alle wesentlichen Grundlagen (Beweisgründe) berücksichtigt.

Ganzheitliches Denken ist im Prinzip ein kritisches, vernünftiges Denken das auch ein gründliches und umfassendes Denken ist, das durch den Verstand und die vernünftige Überlegung geleitet ist und soweit als möglich alles Wesentliche beachtet und berücksichtigt.

Ganzheitliches Denken ist in vielen Bereichen erfordert, weil fast überall Alles mit  Allem und daher mit dem Ganzen zusammenhängt.

So ist zum Beispiel ganzheitliches Denken immer erfordert, wenn es um das Leben in der Welt geht, insbesondere wenn Menschen, Tiere und Pflanzen betroffen sind, wenn also einzelne Organismen und biologische Systeme betroffen sind, so wie sie in der Natur vorkommen.

Daher ist in der Heilkunde, somit in der Medizin, in der Psychiatrie und natürlich auch in der Alternativmedizin und Komplementärmedizin grundsätzlich ganzheitliches Denken erfordert.

Selbstverständlich ist ganzheitliches Denken auch erfordert, wenn es sonst um Tiere und Pflanzen geht, also in der Zoologie, Botanik, Pflanzenkunde und ebenso in den Basiswissenschaften: Physiologie, Pathophysiologie, Immunologie und in anderen Wissenschaften, wo es um biologische, soziologische und sonstige Zusammenhänge von Lebewesen in ihren Umwelten geht.

Auch wenn es um gesellschaftliche Angelegenheiten geht, die die Menschen betreffen, etwa um die Produktion der Güter und Nahrungsmittel unter Berücksichtigung der Umwelt, den Umweltschutz, um die Gesundheit (Erhaltung der Gesundheit und damit um die Prävention vor Krankheit und gesundheitlichen Störungen) geht – ist im Prinzip immer ganzheitliches Denken wesentlich und geradezu unabdingbar.

Ganzheitliches Denken unterscheidet sich wesentlich vom technokratischen Denken und vom mechanistischen Denken, insofern es in der Technik oder in der Mechanik in vielen Bereichen genügt einzelne Teile und Aspekte zu berücksichtigen.

Immer wenn es um das Leben und damit um Lebendiges geht, genügt es jedoch nicht nur in Analogie zur Mechanik und Technik zu denken, sondern es ist hier immer ein umfassendes Denken erfordert das alle wesentlichen Aspekten und Faktoren beachtet und diesen in den Überlegungen gerecht wird.

Es ist beim ganzheitlichen Denken also ein vernünftiges Denken erfordert, ein Denken bei dem der Verstand und die Vernunft – man kann auch sagen der umfassende Hausverstand mit vernünftiger Überlegung aktiv ist – und alles Wesentliche beachtet und berücksichtigt.

Da es sich bei der Ursache von den meisten Vorgängen in Bezug auf das Lebendige um eine komplexe Ursache handelt (etwa bei der Entstehung einer gewissen Krankheit, so zum Beispiel bei der Entstehung einer Tumorkrankheit) müssen hier etwa in Bezug auf die Prävention oder bei der Feststellung einer Indikation zu einer Therapie (Beispiel: Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, sonstige Therapie) immer alle wesentlichen Aspekte beachtet und berücksichtigt werden, wie sie sich für das konkrete Individuum ergeben. Demgemäß kann nur ganzheitiches Denken der Individualität im konkreten Fall gerecht werden.

Ganzheitliches Denken schließt in vielen Fällen ein dynamisches Denken und in Bezug auf das Lebendige ein biologisches Denken bzw. ein organisches Denken mit ein, ferner in vielen Fällen auch ein systemisches Denken.

Dabei ist in vielen Fällen auch psychologisches Denken oder wenn es um psychische Störungen geht ein psychiatrisches Denken erfordert und sollte überhaupt das Denken auch dem Menschen und seiner Situation in der Welt gerecht werden – es sollte also ein humanistisches Denken sein.

Daneben ist ganzheitliches Denken zum Wohl der Bevölkerung auch in der Politik, in der Rechtsprechung, in der Soziologie, in der Volkswirtschaft und in vielen anderen Bereichen erfordert.

Dabei soll man nicht übersehen, dass man in der Praxis natürlich niemals allen Gegebenheiten gerecht werden kann – aber immerhin, man wird sich bemühen das Wesentliche im konkreten Fall zu beachten und zu berücksichtigen, wohingegen man aus prinzipiellen Gründen die Wissenschaft diesem Anspruch nicht gerecht werden kann, weil sie viele gleichartige Fälle erfasst und damit die Individualität nicht berücksichtigt werden kann.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet entsteht das ganzheitliche Denken aus einer Einheit, die entweder auf der „Ebene der Objekte“ durch eine physische Einheit erfasst wird, oder die auf der „Ebene der Ideen“ durch eine meta-physische Einheit, somit durch den Begriff der Idee erfasst wird, wenn die erkennende Person die Merkmale der Idee durch das Schema der Idee geistig auffasst und diese als systematische Einheit in ihrem Bewusstsein erscheint (vgl. mit Kant Zitat 7).

Man kann in gewissen Fällen auch sagen: das ganzheitliche Denken beachtet bei einer komplexe Ursache ist alle wesentlichen Faktoren, die diese Ursache bilden.

Daher gründet sich das gesamtheitliche Denken in der Regel auf eine komplexe Idee, die sich auf eine projektierte Einheit bezieht.

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(letzte Änderung 24.06.2018, abgelegt unter: Begriff, Definition, denken, Diagnostik, Erkennen, Funktionsstörung, Heilkunde, Medizin, Nervensystem, Psyche, Psychiatrie, Theorie, Wissen, Wissenschaft)

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